Welche Nachteile hat eine Wärmepumpe wirklich?

Sie kostet mehr in der Anschaffung, verliert bei Frost gut ein Drittel ihrer Effizienz und hängt am Strompreis. Rechnerisch hält sie 18 Jahre, so lange wie ein Gaskessel.

Verschneite Straße am Ortsrand in der Dämmerung, dahinter beleuchtete Häuser in einem Tal.
Bei Frost verliert eine Wärmepumpe gut ein Drittel ihrer Effizienz, rechnerisch hält sie 18 Jahre. Foto: Immo Wegmann auf Unsplash

Das Wichtigste auf den Punkt gebracht

  • Die Anschaffung ist teurer. Aus den KfW-Zahlen für 2025 ergeben sich im Schnitt mindestens knapp 20.000 Euro förderfähige Kosten je geförderter Heizung.
  • Bei minus sieben Grad macht eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom im Mittel nur noch 3,0 statt 4,9 Kilowattstunden Wärme.
  • Mit normalem Haushaltsstrom heizt sie erst günstiger als Gas, wenn sie übers Jahr mindestens das Dreifache an Wärme liefert. Gute Anlagen schaffen das, schlecht eingestellte nicht.
  • Bei der Lebensdauer gibt es keinen Nachteil. Die amtliche Tabelle des Bundes setzt 18 Jahre an, genauso viel wie für einen Gaskessel an der Wand.

Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung mehr als ein Gaskessel, verliert bei Frost gut ein Drittel ihrer Effizienz und macht die Heizkosten vom Strompreis abhängig. Das sind echte Nachteile. Bei der Lebensdauer dagegen liegt sie mit rechnerisch 18 Jahren gleichauf mit dem Gaskessel an der Wand.

Ob ein Nachteil zählt, hängt am Haus. Deshalb steht unten zu jedem eine Zahl aus einer Primärquelle und daneben, für welches Haus sie gilt und für welches nicht. Stand der Zahlen ist der 19. Oktober 2026.

Nachteile der Wärmepumpe mit Zahl und Geltungsbereich

NachteilBeziffertTrifft zu, wenn …Trifft kaum zu, wenn …
Anschaffungförderfähige Kosten 2025 im Schnitt mindestens knapp 20.000 € (KfW)der Zählerschrank, die Heizkörper oder der Aufstellort umgebaut werden müssenHeizkörper und Zählerschrank bleiben können und hohe Boni greifen
StrompreisSchwelle bei 40,55 ct Haushaltsstrom: Jahresarbeitszahl 3,0 (Destatis)die Anlage über den Haushaltszähler läuft und schlecht eingestellt istein Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler genutzt wird
FrostLeistungszahl bei minus 7 °C im Median 3,0 statt 4,9 (BAFA)das Haus hohe Vorlauftemperaturen brauchtgroße Heizflächen mit niedriger Temperatur auskommen
Lautstärkemittleres Gerät braucht 3,2 m zum Nachbarfenster für 35 dB(A) (BAFA, TA Lärm)eng bebaut, reines Wohngebiet, Aufstellung in einer Eckegenug Abstand oder Erdwärmepumpe
Netzsteuerungim Engpass gedrosselt auf mindestens 4,2 kW (Bundesnetzagentur)der Heizstab regelmäßig mitlaufen mussdie Anlage zur Heizlast passt
Kältemittel39 % der Geräte bis 12 kW tragen ein Kältemittel, das 2027 ausläuft (BAFA, EU)ein Gerät mit R32 oder R410A gewählt wird; betrieben werden darf es weiterPropan gewählt wird
Lebensdauer18 Jahre rechnerisch, wie beim wandhängenden Gaskessel (BBSR)die Anlage zu groß ist und ständig taktetdie Anlage richtig ausgelegt ist

Die Abschnitte darunter erklären jede Zeile.

Förderfähige Kosten 2025 im Schnitt mindestens knapp 20.000 Euro

Die KfW hat laut ihrem Förderreport 2025 für die Heizungsförderung von Privatpersonen 375.475 Zusagen über 5.225,8 Millionen Euro erteilt, im Schnitt also 13.918 Euro je Zusage. Der Zuschuss betrug 2025 höchstens 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Daraus folgt eine Untergrenze: Die förderfähigen Kosten lagen 2025 im Schnitt bei mindestens knapp 20.000 Euro je geförderter Heizung, denn 13.918 geteilt durch 0,7 ergibt 19.883. Jede Zusage unter dem Höchstsatz hebt den tatsächlichen Schnitt über diese Grenze. In die Gegenrichtung wirkt nur der pauschale Zuschlag von 2.500 Euro für staubarme Biomasseheizungen, der 2025 zusätzlich zu den 70 Prozent gezahlt wurde und bei Wärmepumpen nicht vorkam. Der Eigenanteil auf die förderfähigen Kosten lag damit bei mindestens knapp 6.000 Euro, und alles über der Kostengrenze von 30.000 Euro kam noch dazu.

Ein gewöhnlicher Gasbrennwertkessel steht nicht auf der Liste der förderfähigen Heizungen der KfW. Seit dem 21. Juli 2026 sind bis zu 80 Prozent von 28.000 Euro möglich. Wie sich ein Angebot zusammensetzt und wo die Streuung steckt, steht im Beitrag zu den Kosten einer Wärmepumpe.

Mit Haushaltsstrom liegt die Schwelle bei einer Jahresarbeitszahl von 3,0

Das Statistische Bundesamt weist für das zweite Halbjahr 2025 einen Haushaltsstrompreis von 40,55 Cent und einen Gaspreis von 12,23 Cent je Kilowattstunde aus. Strom ist damit 3,3 Mal so teuer wie Gas. Ein Brennwertkessel mit 90 Prozent Nutzungsgrad liefert die Kilowattstunde Wärme für 13,6 Cent. Die Wärmepumpe muss deshalb mit Haushaltsstrom übers Jahr mindestens das 3,0-Fache an Wärme liefern, um gleichzuziehen. Diese Kennzahl heißt Jahresarbeitszahl.

Das Fraunhofer ISE hat an 61 Luftwärmepumpen in Bestandsgebäuden im Mittel 3,4 gemessen, bei einer Spanne von 2,6 bis 4,9. Für ein Haus mit 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf ergibt das zu diesen Preisen:

HeizungEnergie im JahrKosten im Jahr
Gasbrennwertkessel16.667 kWh Gasrund 2.040 €
Wärmepumpe, Jahresarbeitszahl 3,44.412 kWh Stromrund 1.790 €
Wärmepumpe, Jahresarbeitszahl 2,65.769 kWh Stromrund 2.340 €

Die schwächste gemessene Anlage heizt mit Haushaltsstrom also rund 300 Euro teurer als Gas. Mit einem günstigeren Wärmepumpentarif und eigenem Zähler sinkt die Schwelle, die Rechnung dazu steht im Beitrag Wärmepumpe oder Gasheizung.

Die Abhängigkeit vom Strompreis zeigt der Heizspiegel für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern. 2021 kostete die Wärmepumpe 1.585 Euro und war teurer als Gas mit 1.380 Euro. 2022 stieg sie um 52 Prozent auf 2.405 Euro. Gas stieg im selben Jahr allerdings um 104 Prozent auf 2.820 Euro. Preisrisiko trägt also jede Heizung, die Energie zukauft. Die ganze Reihe steht im Heizkostenvergleich.

Bei minus sieben Grad bleiben 61 Prozent der Leistungszahl

Die BAFA-Liste nennt zu jedem förderfähigen Gerät die Leistungszahl bei mehreren Außentemperaturen. Ausgewertet ist die Liste zum Stichtag 12. September 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026. Weil das BAFA Geräte auch rückwirkend aufnimmt, enthält sie zu diesem Stichtag inzwischen 6.693 statt der 6.374 Einträge eines früheren Abrufs; die Gerätezahlen hier liegen deshalb etwas über denen anderer Beiträge, Anteile und Mediane stimmen überein. Für 4.213 Luft-Wasser-Wärmepumpen mit beiden Angaben, jeweils bei 35 Grad Vorlauf, liegt sie im Median bei plus sieben Grad bei 4,9 und bei minus sieben Grad bei 3,0. Bei Frost bleiben also 61 Prozent übrig. Das untere Zehntel der Geräte behält nur die Hälfte, das obere 72 Prozent. Welche Leistung das Gerät am kältesten Tag braucht, klärt die Heizlastberechnung.

Stärker als die Kälte wirkt die Temperatur im Heizkreis. Die Luft-Wasser-Geräte der Liste erreichen bei 35 Grad Vorlauf eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz von 187 Prozent im Median, bei 55 Grad von 141 Prozent. Wer große Heizkörper hat, merkt den Frost auf der Stromrechnung weniger. Ob die vorhandenen reichen, zeigt die Vorlauftemperatur. Ein altes Haus ist dafür kein Ausschlussgrund: Das Fraunhofer ISE hat in Gebäuden der Baujahre 1826 bis 2001 gemessen, mehr dazu im Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.

Nach der Lebensdauer wird fast immer ganz am Ende gefragt, kurz bevor jemand unterschreibt. Ich verstehe die Frage. Sie zielt nur meistens auf das falsche Bauteil. Was eine Wärmepumpe altern lässt, ist das ständige An und Aus, und das entscheidet sich bei der Auslegung. Ich habe Geräte gesehen, die nach ein paar Wintern müde waren, weil sie viel zu groß gewählt wurden. Am Fabrikat lag das in keinem dieser Fälle. Eine Anlage, die zum Haus passt, läuft lange und gleichmäßig durch, und dann ist sie auch nicht laut.

Porträt von Justus MentenJustus MentenArchitekt und Geschäftsführer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & Energiemanagement

Das mittlere Gerät braucht 3,2 Meter zum Nachbarfenster

Nachts gelten nach TA Lärm am Fenster des Nachbarn 35 dB(A) im reinen und 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet. Die 2.207 förderfähigen Luft-Wasser-Geräte mit 4 bis 12 Kilowatt und Schallangabe liegen laut BAFA-Liste zwischen 32 und 67 Dezibel Schallleistung, im Median bei 53. Das mittlere Gerät braucht bei freier Aufstellung 3,2 Meter, um nachts 35 dB(A) einzuhalten. Auf drei Meter schaffen das 43 Prozent der Geräte. Wand und Ecke verlängern den Abstand, die Rechnung steht im Beitrag zur Lautstärke. Eine Erdwärmepumpe hat kein Außengerät und keinen dieser Nachteile.

Gedrosselt auf mindestens 4,2 Kilowatt, nicht ausgeschaltet

Neue Wärmepumpen mit mehr als 4,2 Kilowatt Netzanschlussleistung darf der Netzbetreiber bei drohender Überlastung vorübergehend begrenzen. Laut Bundesnetzagentur muss dabei eine Mindestleistung von 4,2 Kilowatt immer zur Verfügung stehen. Von den 2.204 förderfähigen Geräten mit 4 bis 12 Kilowatt und Angabe der Leistungsaufnahme ziehen 56 Prozent maximal 4,2 Kilowatt oder weniger, das mittlere 3,9. Der Heizstab zählt allerdings zur Anschlussleistung. Im Gegenzug sinkt das Netzentgelt, Einzelheiten stehen im Beitrag Darf der Netzbetreiber meine Wärmepumpe abschalten?

Knapp vier von zehn Geräten tragen ein auslaufendes Kältemittel

Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Luft-Wasser-Wärmepumpen bis 12 Kilowatt mit einem fluorierten Kältemittel ab einem Treibhauspotenzial von 150 nicht mehr in Verkehr gebracht werden, außer Sicherheitsvorschriften am Aufstellort verlangen es. So fasst die Europäische Kommission die Verordnung (EU) 2024/573 zusammen. Von 2.221 förderfähigen Geräten bis 12 Kilowatt tragen 874 ein solches Kältemittel, vor allem R32 und R410A. Das sind 39 Prozent. 1.342 Geräte laufen mit Propan, das nicht betroffen ist. Für den Käufer ist das ein kleiner Nachteil: Betrieb, Wartung und Nachfüllen bleiben erlaubt. Was Propan für den Aufstellort bedeutet, steht im Beitrag zum Kältemittel.

Rechnerisch 18 Jahre, gleich lang wie der Gaskessel an der Wand

Für die Lebensdauer gibt es eine amtliche Tabelle. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung führt die Nutzungsdauern von Bauteilen für Lebenszyklusanalysen, in der Fassung vom 4. November 2025:

WärmeerzeugerNutzungsdauer nach BBSR
Wärmepumpe Luft/Wasser18 Jahre
Wärmepumpe Sole/Wasser, Wasser/Wasser20 Jahre
Gas-Brennwertkessel, wandhängend, unter 100 kW18 Jahre
Gas-Brennwertkessel, bodenstehend, unter 200 kW20 Jahre
Holzpellet-Heizkessel20 Jahre
Gas-Wärmepumpe15 Jahre

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und ein wandhängender Gasbrennwertkessel stehen in dieser Tabelle mit derselben Nutzungsdauer von 18 Jahren. Die Erdwärmepumpe liegt mit 20 Jahren gleichauf mit dem bodenstehenden Kessel. Ein Nachteil der Wärmepumpe lässt sich daraus nicht ablesen.

Diese Werte sind Rechengrößen und kein Ausfalldatum. Wie weit die Praxis darüber hinausgeht, zeigt die Gegenseite: Laut den Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks 2025 sind etwa 66 Prozent der messpflichtigen Gasfeuerungsanlagen und über 86 Prozent der Ölfeuerungsanlagen älter als 20 Jahre. Für Wärmepumpen gibt es keine vergleichbare amtliche Zählung nach Alter, weil sie keiner Messpflicht unterliegen. Wie viele Kessel jenseits der 20 Jahre noch laufen, steht in der Wärmepumpen-Statistik.

Was die Lebensdauer des Verdichters verkürzen kann, ist häufiges Ein- und Ausschalten. Das Fraunhofer ISE fand in seiner Feldmessung viele Anlagen, die gemessen am Verbrauch zu groß waren, und bei einigen sehr hohe Schalthäufigkeiten. Woran das liegt, steht im Beitrag zum Takten.

Häufige Fragen

Was ist der größte Nachteil einer Wärmepumpe? Die höhere Anschaffung. 2025 lagen die förderfähigen Kosten je geförderter Heizung nach KfW-Zahlen im Schnitt bei mindestens knapp 20.000 Euro, während ein gewöhnlicher Gaskessel gar nicht gefördert wird.

Wie lange hält eine Wärmepumpe? Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung setzt für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe 18 Jahre Nutzungsdauer an, für eine Erdwärmepumpe 20 Jahre. Das sind Rechenwerte für die Planung, kein Ausfalldatum.

Hält eine Gasheizung länger als eine Wärmepumpe? Rechnerisch nicht. Der wandhängende Gasbrennwertkessel steht in derselben Tabelle mit 18 Jahren, der bodenstehende mit 20.

Ist eine Wärmepumpe im Winter ineffizient? Sie wird schwächer. Bei minus sieben Grad liefert sie im Median der förderfähigen Geräte 3,0 Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom, bei plus sieben Grad 4,9. Die Jahresarbeitszahl enthält diese Phasen bereits.

Ab wann ist eine Wärmepumpe teurer als eine Gasheizung? Mit Haushaltsstrom zu 40,55 Cent und Gas zu 12,23 Cent, den Werten des Statistischen Bundesamts für das zweite Halbjahr 2025, unterhalb einer Jahresarbeitszahl von 3,0. Mit Wärmepumpentarif liegt die Schwelle niedriger.

Ist eine Wärmepumpe zu laut für ein Reihenhaus? Das hängt am Abstand. Das mittlere förderfähige Gerät braucht 3,2 Meter bis zum Nachbarfenster, um nachts 35 dB(A) einzuhalten, das leiseste deutlich weniger.

Darf ich eine Wärmepumpe mit R32 noch kaufen? Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Luft-Wasser-Geräte bis 12 Kilowatt mit R32 nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Eine vorhandene Anlage mit R32 darf weiterlaufen, gewartet und nachgefüllt werden.

Quellen

  1. KfW: Förderreport, Neuzusagen Inlandsfinanzierung auf Programmebene, 1.1.2025 bis 31.12.2025
  2. Gebäudeforum klimaneutral (dena): Anpassungen der BEG EM ab 2024, Fördersätze und Höchstgrenzen
  3. KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458)
  4. Statistisches Bundesamt: Strom- und Gaspreise für Haushalte, 2. Halbjahr 2025
  5. co2online: Heizspiegel für Deutschland 2025, Heizkosten nach Energieträger
  6. Fraunhofer ISE: WP-QS im Bestand, Feldmessung an 77 Anlagen, 03.11.2025
  7. BAFA: Liste der förderfähigen Wärmepumpen, Stichtag 12.09.2026, abgefragt am 19.10.2026
  8. TA Lärm, Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz vom 26.08.1998, Nummer 6.1
  9. Bundesnetzagentur, Verbraucherportal: Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen
  10. Europäische Kommission: Stationary air conditioning and heat pumps, Verbote nach Verordnung (EU) 2024/573
  11. BBSR: Nutzungsdauern von Bauteilen für Lebenszyklusanalysen nach BNB, Stand 04.11.2025, Tabellenblatt KG 400
  12. Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV): Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks 2025