Das Wichtigste auf den Punkt gebracht
- 85,3 Prozent der geförderten Luft-Wasser-Geräte regeln die Leistung stufenlos. Nur 32 von 3.985 können es gar nicht.
- Nur 9,5 Prozent der Geräte leisten weniger als sechs Kilowatt, das kleinste 3,11.
- In der Übergangszeit braucht ein gedämmtes Haus ein bis zwei Kilowatt. Darunter kommt kaum ein Gerät.
- Takten ist damit meist eine Folge der Auslegung und der Hydraulik, nicht der Technik im Gerät.
Das Geräusch kennt jeder, der eine neue Wärmepumpe im Garten stehen hat: Sie läuft an, wird nach zwanzig Minuten leiser, geht aus, und eine halbe Stunde später fängt sie wieder von vorne an. Im Internet steht dann meist, das Gerät könne nicht modulieren. Die Geräteliste des BAFA sagt etwas anderes.
85 Prozent der Geräte regeln stufenlos
Für jede förderfähige Wärmepumpe ist in der BAFA-Liste hinterlegt, wie sie ihre Leistung regelt. Für die 3.985 förderfähigen Luft-Wasser-Geräte sieht das so aus:
| Art der Leistungsregelung | Geräte | Anteil |
|---|---|---|
| Drehzahlregelung oder Inverter | 3.400 | 85,3 % |
| Digital Scroll, Leistungsstufen, Ventilsteuerung | 518 | 13,0 % |
| Sonstige | 35 | 0,9 % |
| Keine Leistungsregelung | 32 | 0,8 % |
Die beiden Begriffe in der ersten Zeile meinen dasselbe: Ein Inverter ändert die Drehzahl des Verdichters, die Hersteller melden es nur unterschiedlich. Zusammengenommen kann die große Mehrheit der Geräte ihre Leistung stufenlos herunterfahren. Geräte, die nur an oder aus kennen, sind mit 32 Stück die Ausnahme.
Wer also ein 2025 oder 2026 gekauftes, gefördertes Gerät hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine modulierende Wärmepumpe. Das Takten kommt trotzdem.
Nur jedes zehnte Gerät leistet weniger als sechs Kilowatt
Modulieren heißt nicht, beliebig weit heruntergehen zu können. Ein Verdichter hat eine kleinste Drehzahl, unterhalb derer er nicht mehr sinnvoll läuft. Grob liegt diese Grenze bei rund einem Drittel der Nennleistung. Das ist eine Faustzahl und keine Registerangabe: Die BAFA-Liste führt Nennwärmeleistung, Jahreszeit-Raumheizungseffizienz und die Leistungszahlen bei vier Außentemperaturen, nicht den Modulationsbereich. Den genauen Wert nennt das Datenblatt des Herstellers, meist als „minimale Heizleistung bei A7/W35".
Damit wird die Nennleistung zur entscheidenden Größe, und die steht für jedes Gerät in der Liste:
369 von 3.904 Geräten, also 9,5 Prozent, leisten weniger als sechs Kilowatt. Unter vier Kilowatt sind es zwölf Geräte, das kleinste liefert 3,11 Kilowatt. Fast die Hälfte des Angebots liegt bei zwölf Kilowatt und darüber.
Dass es an der Regelung nicht scheitert, zeigt dieselbe Liste noch einmal von der anderen Seite: Von den 369 kleinen Geräten modulieren 93,2 Prozent stufenlos. Das Angebot an kleinen Wärmepumpen ist gut geregelt, es ist nur klein.
Was das Haus im Oktober tatsächlich braucht
Die Norm-Heizlast eines Hauses gilt für den kältesten Tag. An einem Tag mit zehn Grad Außentemperatur braucht dasselbe Haus nur noch einen Bruchteil davon. Für ein Haus mit sechs Kilowatt Heizlast sind das rund anderthalb Kilowatt.
Ein Acht-Kilowatt-Gerät, das bis auf ein Drittel herunterregelt, liefert in diesem Moment immer noch 2,7 Kilowatt. Es produziert also fast doppelt so viel Wärme, wie das Haus abnimmt. Der Vorlauf erreicht die Solltemperatur, der Verdichter schaltet ab, das Wasser kühlt aus, er schaltet wieder ein. Genau das ist Takten, und es entsteht nicht im Gerät, sondern aus der Differenz zwischen Angebot und Bedarf.
Wenn ich mir eine taktende Anlage ansehe, liegt es fast nie am Fabrikat. Es liegt an drei Dingen, meistens in dieser Reihenfolge. Das Gerät ist eine Nummer zu groß, weil der Katalog nichts Kleineres hergab. Die Heizkurve steht zu steil, also fährt die Anlage im Oktober schon mit einer Vorlauftemperatur, die sie erst im Januar bräuchte. Und im Haus sind zu wenige Heizkreise offen, weil in den wenig genutzten Räumen alle Thermostate zugedreht sind. Die ersten beiden kosten einen Beratungstermin. Der dritte kostet einen Nachmittag.
Justus MentenArchitekt und Geschäftsführer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & EnergiemanagementWas gegen das Takten hilft
- Die Heizkurve absenken. Sie bestimmt, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur wird. Steht sie zu hoch, ist die Solltemperatur zu schnell erreicht. Die Einstellung ist reversibel und kostet nichts.
- Thermostate öffnen. Je mehr Heizfläche mitläuft, desto träger reagiert das System und desto länger laufen die Takte. Eine Wärmepumpe arbeitet anders als ein Gaskessel, bei dem das Zudrehen einzelner Räume sinnvoll war.
- Einen Pufferspeicher prüfen. Er vergrößert das Wasservolumen und verlängert damit die Laufzeit. Ein Reihenpuffer im Rücklauf reicht meist, eine hydraulische Weiche kostet dagegen Vorlauftemperatur.
- Bei der Auswahl klein bleiben. Die Norm-Heizlast ist die Obergrenze und nicht der Startpunkt. Was die Auslegung dabei entscheidet, steht im Beitrag zur Vorlauftemperatur.
Häufige Fragen
Wie oft darf eine Wärmepumpe am Tag anlaufen? Eine feste Grenze gibt es nicht. In der Praxis gelten drei bis fünf Starts je Stunde als viel und ein bis zwei als unauffällig. Entscheidend ist die Laufzeit je Takt, nicht die Zahl allein.
Schadet Takten der Wärmepumpe? Jeder Start belastet den Verdichter mehr als Dauerbetrieb. Häufiges Takten senkt die Effizienz und die Lebensdauer, es zerstört das Gerät aber nicht kurzfristig.
Können alle Wärmepumpen modulieren? Von den 3.985 förderfähigen Luft-Wasser-Geräten regeln 3.400 stufenlos, 518 in Stufen und 32 gar nicht.
Ist eine kleinere Wärmepumpe immer besser? Nein. Sie muss die Heizlast am kältesten Tag decken, sonst springt der Heizstab ein. Die Kunst ist, sie nicht darüber hinaus zu wählen.
Hilft ein Pufferspeicher gegen Takten? Er verlängert die Laufzeiten, weil mehr Wasser aufgeheizt werden muss. Er ersetzt aber keine passende Auslegung und kostet je nach Einbindung Effizienz.
Woran erkenne ich, dass meine Anlage zu groß ist? An kurzen Laufzeiten in der Übergangszeit bei gleichzeitig ruhigem Betrieb im Hochwinter. Wer im Januar lange Laufzeiten sieht und im Oktober ständige Starts, hat das typische Bild.



