Heizölpreis-Entwicklung: Was 100 Liter Heizöl seit 2005 gekostet haben

Seit Mitte September 2026 kosten 100 Liter Heizöl 165 bis 171 Euro, so viel wie seit März 2022 nicht mehr. Im Jahresmittel 2025 waren es 96 Euro, 2005 noch 55 Euro.

Kennzahl 165 bis 171 Euro für 100 Liter Heizöl, dazu der Hinweis, dass das seit Mitte September 2026 gilt.
Seit Mitte September 2026 kosten 100 Liter Heizöl 165 bis 171 Euro. Quelle: Europäische Kommission, Weekly Oil Bulletin.

Das Wichtigste auf den Punkt gebracht

  • 100 Liter Heizöl kosten im Oktober 2026 rund 170 Euro. So teuer wie seit Mitte September 2026 war Heizöl seit 2005 nur in einer einzigen Woche im März 2022.
  • Im Jahresmittel lag der Preis 2025 bei 96 Euro je 100 Liter, drei Viertel mehr als 2005 mit 55 Euro.
  • Rund 21 Cent je Liter sind derzeit CO₂-Preis samt Mehrwertsteuer. Der Bundestag hat beschlossen, den Preiskorridor 2027 beizubehalten, der Bundesrat muss noch beraten.
  • Ein günstiger Kaufmonat spart im Mittel nur wenige Prozent. Die Schwankung innerhalb eines Jahres ist oft viel größer.

100 Liter Heizöl kosteten in Deutschland am 12. Oktober 2026 im Mittel 169,81 Euro einschließlich aller Steuern. Das ist der Wochenpreis, den die Bundesregierung an das Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission meldet. Im Jahresmittel 2025 lag derselbe Preis bei 95,90 Euro, im Jahr 2005 bei 54,82 Euro.

Dieser Beitrag wertet die vollständige Reihe aus: 1.088 Wochenpreise von Januar 2005 bis Oktober 2026. Stand der Auswertung ist der 19. Oktober 2026, der jüngste Wert in den Daten stammt vom 12. Oktober 2026. Einen Tagespreis für Ihren Ort liefert die Reihe nicht. Sie zeigt, wo der Preis heute im Vergleich zu zwanzig Jahren steht und woraus er sich zusammensetzt.

Seit Mitte September 2026 über 165 Euro je 100 Liter

Seit dem 14. September 2026 liegt der Wochenpreis für Heizöl in Deutschland ununterbrochen über 165 Euro je 100 Liter. Die fünf Wochen vom 14. September bis zum 12. Oktober 2026 sind die fünf teuersten Heizölwochen seit 2005 nach dem 14. März 2022. In jener Woche, kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine, kosteten 100 Liter 197,20 Euro, der Höchstwert der gesamten Reihe.

Zu Jahresbeginn 2026 sah das anders aus. Am 12. Januar 2026 kosteten 100 Liter 90,50 Euro, der niedrigste Wert des Jahres. Anfang März stieg der Preis binnen einer Woche von 98,93 auf 118,41 Euro, Anfang April lag er erstmals über 150 Euro. Das Jahresmittel 2026 beträgt bis zum 12. Oktober 125,97 Euro je 100 Liter und ist damit schon jetzt das zweithöchste der Reihe nach 2022.

Heizölpreise im Jahresmittel seit 2005

Die Tabelle nennt für jedes Jahr den Mittelwert aller Wochenpreise, die günstigste und die teuerste Woche. Die letzte Spalte rechnet aus, was eine Füllung von 3.000 Litern zum Jahresmittel gekostet hätte. Die 3.000 Liter sind eine Rechengröße, keine Messung: Wer mehr oder weniger braucht, rechnet mit dem Preis je 100 Liter.

JahrMittel je 100 Litergünstigste Wocheteuerste Woche3.000 Liter zum Mittel
200554,8 €42,9 €69,1 €1.645 €
200662,0 €56,2 €66,4 €1.859 €
200761,7 €52,8 €74,7 €1.851 €
200881,7 €52,9 €99,0 €2.452 €
200956,1 €48,4 €63,0 €1.683 €
201068,9 €60,6 €75,7 €2.066 €
201185,4 €77,1 €93,3 €2.563 €
201293,0 €86,0 €99,0 €2.790 €
201387,7 €83,0 €92,4 €2.630 €
201481,5 €65,8 €86,7 €2.446 €
201562,9 €51,0 €71,3 €1.887 €
201652,2 €40,7 €62,7 €1.567 €
201760,4 €54,8 €65,5 €1.812 €
201873,5 €60,7 €92,2 €2.205 €
201971,1 €68,0 €76,2 €2.134 €
202052,1 €43,5 €73,4 €1.562 €
202175,8 €62,0 €93,7 €2.275 €
2022136,8 €85,7 €197,2 €4.104 €
2023110,6 €93,5 €124,2 €3.317 €
2024105,8 €94,2 €117,8 €3.175 €
202595,9 €88,1 €111,4 €2.877 €
2026 bis 12.10.126,0 €90,5 €171,0 €3.779 €

Quelle: Europäische Kommission, Weekly Oil Bulletin, Preise mit Steuern für Deutschland, eigene Auswertung der Wochenwerte. Alle Preise einschließlich Energiesteuer, CO₂-Preis und Mehrwertsteuer.

Säulendiagramm der Heizölpreise je 100 Liter im Jahresmittel von 2010 bis 2026. Der Höchstwert liegt 2022 bei 137 Euro, der Tiefstwert 2016 und 2020 bei 52 Euro, 2026 bisher bei 126 Euro.Download
Heizöl in Deutschland, Euro je 100 Liter im Jahresmittel, 2026 bis zum 12. Oktober. Quelle: Europäische Kommission, Weekly Oil Bulletin.

2022 kostete die Tankfüllung 4.104 Euro, 2020 nur 1.562

Die günstigsten Jahre der Reihe sind 2020 mit 52,1 Euro und 2016 mit 52,2 Euro je 100 Liter im Jahresmittel. 3.000 Liter kosteten 2020 zum Jahresmittel 1.562 Euro, im Jahr 2022 dagegen 4.104 Euro, gut das Zweieinhalbfache. Der niedrigste Wochenpreis seit 2005 stammt vom 25. Januar 2016 mit 40,73 Euro je 100 Liter.

Über zwanzig Jahre zeigt die Reihe keinen gleichmäßigen Anstieg, sondern drei Hochphasen: 2008, die Jahre 2011 bis 2014 und seit 2022. Dazwischen fiel der Preis jeweils wieder deutlich. Das Jahresmittel 2025 lag mit 95,9 Euro um 75 Prozent über dem von 2005.

Ebenso groß wie der Unterschied zwischen den Jahren ist oft der innerhalb eines Jahres. 2025 lagen zwischen der günstigsten und der teuersten Woche 23,3 Euro je 100 Liter, auf 3.000 Liter also 700 Euro. 2022 waren es 111,5 Euro je 100 Liter, auf 3.000 Liter 3.345 Euro. Für die Heizkosten eines Jahres zählt deshalb auch, wann der Tank gefüllt wurde. Was Heizen mit Öl, Gas und Wärmepumpe in gemessenen Abrechnungen kostet, steht im Heizkostenvergleich nach dem Heizspiegel.

Rund 30 Prozent des Preises sind Steuern und CO₂-Preis

Im Preis von 169,81 Euro je 100 Liter vom 12. Oktober 2026 stecken vier Bestandteile. Die Werte stammen aus dem Weekly Oil Bulletin, Energiesteuer und CO₂-Preis lassen sich unabhängig davon aus dem Gesetz nachrechnen.

BestandteilCent je LiterGrundlage
Produkt, Transport, Handel und Marge119,17Preis ohne Steuern laut Bulletin
Energiesteuer6,1461,35 Euro je 1.000 Liter
CO₂-Preis17,4065 Euro je Tonne CO₂
Mehrwertsteuer27,1119 Prozent auf alles darüber
Endpreis169,81

Die Energiesteuer auf leichtes Heizöl beträgt nach § 2 Absatz 3 des Energiesteuergesetzes 61,35 Euro je 1.000 Liter und ist laut Weekly Oil Bulletin seit 2002 unverändert. Steuern und CO₂-Preis machen am 12. Oktober 2026 zusammen 29,8 Prozent des Endpreises aus, im Mittel des Jahres 2026 waren es 34,7 Prozent. Der Anteil sinkt, wenn der Ölpreis steigt, weil Energiesteuer und CO₂-Preis feste Beträge je Liter sind.

Der CO₂-Preis kostet bis zu 20,70 Cent je Liter

Seit 2021 wird auf Heizöl ein CO₂-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz erhoben. Wie viel davon auf einen Liter entfällt, ergibt sich aus zwei amtlichen Werten. Die Verordnung zur Emissionsberichterstattung 2030 setzt für Heizöl EL eine Dichte von 0,845 Tonnen je 1.000 Liter, einen Heizwert von 42,8 Gigajoule je Tonne und einen Emissionsfaktor von 0,074 Tonnen CO₂ je Gigajoule an. Daraus folgen 2,68 Kilogramm CO₂ je Liter Heizöl.

Die Preise je Tonne stehen in § 10 Absatz 2 BEHG. Je Liter und je Tankfüllung ergibt das:

JahrEuro je Tonne CO₂Cent je Liter ohne MwSt.Cent je Liter mit MwSt.3.000 Liter mit MwSt.
2021256,697,96239 €
2022308,039,55287 €
2023308,039,55287 €
20244512,0414,33430 €
20255514,7217,52525 €
202655 bis 6514,72 bis 17,4017,52 bis 20,70525 bis 621 €
202755 bis 6514,72 bis 17,4017,52 bis 20,70525 bis 621 €

Quelle: § 10 BEHG, EBeV 2030 Anlage 2, eigene Rechnung. 2027 nach dem Bundestagsbeschluss vom 15. Oktober 2026, Bundesrat und Verkündung stehen aus.

Für 2026 schreibt das Gesetz einen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne vor. Das Weekly Oil Bulletin setzt für Deutschland seit Januar 2026 den Höchstwert von 65 Euro an, das entspricht 17,40 Cent je Liter vor Mehrwertsteuer. Auf der Heizkostenabrechnung steht dagegen ein Rechnungswert von 60 Euro je Tonne, gut 19 Cent je Liter mit Mehrwertsteuer. Woher dieser Wert kommt und was er für ein Einfamilienhaus im Jahr bedeutet, steht im Beitrag zum CO₂-Preis beim Heizen.

Der CO₂-Preis ist die einzige Komponente des Heizölpreises, deren Rahmen für 2027 schon absehbar ist. Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, dass der Preis auch 2027 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegen soll. Ohne diese Änderung wäre er 2027 aus dem Durchschnittspreis der Versteigerungen im europäischen Emissionshandel für Kraftwerke und Industrie errechnet worden. In Kraft ist das Gesetz mit Stand 19. Oktober 2026 noch nicht: Der Bundesrat muss sich noch mit dem Beschluss befassen, danach wird es verkündet. Gilt der Korridor, liegt der CO₂-Anteil einer Tankfüllung von 3.000 Litern auch 2027 bei höchstens 621 Euro einschließlich Mehrwertsteuer.

Die Frage, die mir zum Heizöl am häufigsten gestellt wird: Soll ich jetzt bestellen oder lieber warten? Ich weiß es nicht. Und ich kenne auch niemanden, der es weiß. Was ich dagegen gut kenne, sind die Leute, die 2022 im ungünstigen Moment nachfüllen mussten, weil der Tank eben leer war. Die erzählen mir das heute noch. Mit dem richtigen Bestelltag holt man in einem guten Jahr ein paar Prozent heraus. Die großen Sprünge kommen von woanders, und darauf hat man als Hausbesitzer keinen Einfluss. Deswegen rede ich lieber über den Verbrauch als über den Zeitpunkt. Am Verbrauch kann man etwas tun.

Porträt von Alexander MüllerAlexander MüllerArchitekt und Mitgründer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & Energiemanagement

Im November im Mittel 4 Prozent über dem Jahresschnitt

Die Reihe gibt ein schwaches saisonales Muster her. Für jedes volle Jahr von 2005 bis 2025 wurde der Monatsmittelwert mit dem Jahresmittel verglichen. Im Median aller 21 Jahre lag der November 4,2 Prozent über dem Jahresmittel, der Januar 3,6 Prozent darunter. September und Oktober lagen je rund 2 Prozent darüber, die Monate von Mai bis August knapp darunter.

ZeitraumAbweichung vom Jahresmittel, Median 2005 bis 2025
Januarminus 3,6 %
Februarminus 2,3 %
Märzplus 1,3 %
April0,0 %
Maiminus 1,7 %
Juniminus 1,1 %
Juliminus 0,1 %
Augustminus 0,4 %
Septemberplus 2,0 %
Oktoberplus 2,1 %
Novemberplus 4,2 %
Dezemberminus 1,1 %

Quelle: Europäische Kommission, Weekly Oil Bulletin, eigene Auswertung.

In 14 von 21 Jahren war Heizöl von April bis August im Mittel günstiger als von September bis November desselben Jahres, in 7 Jahren war es umgekehrt. Der Januar war in nur 5 der 21 Jahre der günstigste Monat. Das Muster ist also eine Tendenz und keine Regel. Bei einer Tankfüllung von 3.000 Litern zum Jahresmittel 2025 entsprechen 4 Prozent rund 115 Euro. Die Schwankung innerhalb eines Jahres lag 2025 mit 700 Euro deutlich darüber.

Wochenpreise der EU-Kommission als Grundlage

Das Weekly Oil Bulletin sammelt seit 2005 jede Woche die Verbraucherpreise für Kraftstoffe und Heizöl aller EU-Staaten. Für Deutschland meldet das Bundeswirtschaftsministerium den Preis vom Montag, je 1.000 Liter, einmal mit und einmal ohne Steuern. Die Preise sind Durchschnitte für ganz Deutschland. Ein Angebot für Ihren Tank hängt zusätzlich von Liefermenge, Region und Händler ab.

Wer die Zahlen nachrechnet, stößt auf eine Eigenheit: In der Aufschlüsselung des Bulletins erscheint der CO₂-Preis erst ab 2023 als eigene Abgabe. Für 2021 und 2022 zieht das Bulletin vom Endpreis nur Energiesteuer und Mehrwertsteuer ab. Nach unserer Rechnung steckt der CO₂-Preis in diesen beiden Jahren deshalb im Preis ohne Steuern. Eine Erläuterung der Kommission dazu gibt es nicht. Für den Vergleich der Endpreise in der Tabelle spielt das keine Rolle, nur die Aufteilung in Steuern und Warenpreis ist für 2021 und 2022 nicht vergleichbar.

Eine bestehende Ölheizung darf weiterlaufen, eine Austauschpflicht nach Alter gibt es nicht mehr. Der Heizölpreis bleibt damit für viele Haushalte die größte laufende Position. Umgerechnet über den amtlichen Heizwert entspricht ein Liter Heizöl rund 10 Kilowattstunden. Ein Preis von 169,81 Euro je 100 Liter heißt also knapp 17 Cent je Kilowattstunde, das Jahresmittel 2025 knapp 10 Cent. Wie sich das mit anderen Heizungen vergleicht, steht im Beitrag Wärmepumpe oder Gasheizung.

Häufige Fragen

Was kosten 100 Liter Heizöl aktuell? Am 12. Oktober 2026 im Mittel 169,81 Euro einschließlich aller Steuern, nach dem Wochenpreis, den Deutschland an das Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission meldet.

Wann war Heizöl am teuersten? In der Woche vom 14. März 2022 mit 197,20 Euro je 100 Liter. Im Jahresmittel war 2022 mit 136,8 Euro das teuerste Jahr seit 2005.

Wann war Heizöl am günstigsten? In der Woche vom 25. Januar 2016 mit 40,73 Euro je 100 Liter. Die günstigsten Jahresmittel hatten 2020 mit 52,1 Euro und 2016 mit 52,2 Euro.

Wie viel CO₂-Preis zahle ich je Liter Heizöl? 2026 beim Höchstwert von 65 Euro je Tonne, mit dem auch das Weekly Oil Bulletin rechnet, 17,40 Cent je Liter, mit Mehrwertsteuer 20,70 Cent. Grundlage sind 2,68 Kilogramm CO₂ je Liter nach der Verordnung zur Emissionsberichterstattung.

Wie hoch ist der CO₂-Preis 2027? Nach dem Beschluss des Bundestags vom 15. Oktober 2026 soll er 2027 wie 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegen. In Kraft ist das noch nicht: Der Bundesrat muss sich noch mit dem Gesetz befassen, danach wird es verkündet.

Wie hoch ist die Steuer auf Heizöl? Die Energiesteuer beträgt 61,35 Euro je 1.000 Liter, also 6,14 Cent je Liter. Dazu kommen der CO₂-Preis und 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den gesamten Betrag.

In welchem Monat ist Heizöl am günstigsten? Im Median der Jahre 2005 bis 2025 im Januar, 3,6 Prozent unter dem Jahresmittel, am teuersten im November mit 4,2 Prozent darüber. Der Januar war aber nur in 5 von 21 Jahren tatsächlich der günstigste Monat.

Was kostet eine Tankfüllung von 3.000 Litern? Zum Jahresmittel 2025 rund 2.877 Euro, zum Wochenpreis vom 12. Oktober 2026 rund 5.094 Euro.

Quellen

  1. Europäische Kommission: Weekly Oil Bulletin, Preishistorie mit und ohne Steuern seit 2005
  2. § 10 Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG): Festpreise 2021 bis 2025 und Preiskorridor 2026
  3. Verordnung zur Emissionsberichterstattung 2030 (EBeV 2030), Anlage 2: Standardwerte für Heizöl EL
  4. § 2 Energiesteuergesetz: Steuersatz für leichtes Heizöl
  5. Deutscher Bundestag: Beschluss zum Dritten Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes vom 15. Oktober 2026
  6. Bundesrat: Beratungsvorgang 462/26, Drittes Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes