Energieverbrauch der Haushalte: Wofür die Energie im Haus draufgeht

Private Haushalte verbrauchten 2024 rund 625 Terawattstunden Energie. Zwei Drittel davon gingen in die Raumwärme, weitere 16 Prozent in warmes Wasser.

Reihe von Wohnhäusern mit Ziegelfassade, Satteldächern und Vorgärten an einer Wohnstraße.
Zwei Drittel der Energie eines Haushalts gehen in die Raumwärme, weitere 16 Prozent ins warme Wasser. Foto: Eugenia Pan'kiv auf Unsplash

Das Wichtigste auf den Punkt gebracht

  • Private Haushalte in Deutschland verbrauchten 2024 rund 625 Milliarden Kilowattstunden Energie.
  • Zwei Drittel davon gingen allein ins Heizen der Räume, weitere 16 Prozent ins warme Wasser.
  • Strom für Licht, Geräte und Kühlschrank macht zusammen weniger als ein Achtel aus.
  • Wer im eigenen Haus etwas verändern will, verändert deshalb zuerst die Heizung oder die Hülle.

Wer wissen will, wo im eigenen Haus das Geld verbrennt, findet die Antwort in der Statistik für alle Haushalte zusammen. Private Haushalte in Deutschland verbrauchten 2024 rund 625 Terawattstunden Energie, also 625 Milliarden Kilowattstunden. Das meldet das Umweltbundesamt auf Grundlage der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Der Verkehr ist dabei nicht enthalten, Benzin und Diesel zählen in eine andere Spalte.

Das entspricht gut einem Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Die interessantere Zahl ist aber nicht die Summe, sondern ihre Aufteilung.

Zwei Drittel gehen in die Raumwärme

Balkenvergleich: 414 Terawattstunden Raumwärme, 99 Terawattstunden Warmwasser, 42 Terawattstunden Prozesswärme und 70 Terawattstunden übrige Anwendungen im Jahr 2024.Download
Endenergieverbrauch der privaten Haushalte 2024 nach Anwendung. Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AG Energiebilanzen.

Von den 625 Terawattstunden entfielen 414 auf die Raumwärme, also 66 Prozent. Warmes Wasser kam auf 99 Terawattstunden und damit auf 16 Prozent. Zusammen sind das gut vier Fünftel des gesamten Energieverbrauchs im Haushalt.

Anwendung2024Anteil
Raumwärme414,1 TWh66,2 %
Warmwasser99,0 TWh15,8 %
Prozesswärme (Kochen, Waschen)41,8 TWh6,7 %
Prozesskälte (Kühlen, Gefrieren)30,1 TWh4,8 %
Information und Kommunikation22,6 TWh3,6 %
Beleuchtung10,6 TWh1,7 %
Mechanische Energie5,8 TWh0,9 %
Klimakälte1,3 TWh0,2 %
Summe625,2 TWh100 %

Quelle: Umweltbundesamt auf Basis der Anwendungsbilanzen der AG Energiebilanzen, Stand 10/2025.

Beleuchtung sowie Information und Kommunikation liegen zusammen bei 5,3 Prozent. Wer also im eigenen Haus spürbar etwas verändern will, verändert die Heizung, die Dämmung oder beides. Alles andere bewegt sich in der Nachkommastelle.

Der Verbrauch sinkt, aber langsam

Säulendiagramm des Endenergieverbrauchs privater Haushalte von 655 Terawattstunden 1990 über 747 im Jahr 2010 bis 625 im Jahr 2024.Download
Endenergieverbrauch der privaten Haushalte, Fünfjahresschritte. Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AG Energiebilanzen.

Gegenüber 1990 ist der Verbrauch um 4,5 Prozent gesunken. In 34 Jahren. Dazwischen liegen Jahre mit deutlich höheren Werten, 2010 etwa mit 747 Terawattstunden, weil der Winter kalt war.

JahrEndenergieverbrauch
1990655 TWh
1995737 TWh
2000718 TWh
2005724 TWh
2010747 TWh
2015652 TWh
2020687 TWh
2024625 TWh

Die Erklärung für den schwachen Rückgang steht in zwei Gegenbewegungen: Die Gebäude werden besser, gleichzeitig steigen die Zahl der Haushalte und die Wohnfläche je Person. Der Fortschritt an der Gebäudehülle wird also zu einem Teil wieder aufgebraucht.

Beim Heizen selbst ist die Bewegung deutlicher. Die Raumwärme ist von 527 Terawattstunden im Jahr 2008 auf 414 im Jahr 2024 gefallen, ein Rückgang um 21 Prozent. Diese Zahl ist nicht witterungsbereinigt: 2008 war kälter als 2024, ein Teil des Rückgangs ist also Wetter und nicht Sanierung.

Diese Verteilung überrascht in der Beratung fast jeden. Die meisten kommen mit der Stromrechnung im Kopf, weil die jeden Monat abgebucht wird und weil über Strompreise geredet wird. Beim Heizen kommt einmal im Jahr eine Abrechnung, und die legt man weg. Dabei steckt dort der größere Betrag. Ich drehe das Gespräch deswegen meistens um: erst die Heizung und die Hülle, dann der Kühlschrank. Beim Kühlschrank kann man alles richtig machen und bewegt trotzdem fast nichts.

Porträt von Alexander MüllerAlexander MüllerArchitekt und Mitgründer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & Energiemanagement

Verschoben hat sich vor allem, womit geheizt wird

Die Summe bewegt sich wenig, die Zusammensetzung dafür stark.

Energieträger19902024
Gase168,6 TWh224,6 TWh
Strom117,2 TWh133,0 TWh
Mineralöle205,6 TWh115,8 TWh
Erneuerbare Energien10,7 TWh96,7 TWh
Fernwärme44,4 TWh53,0 TWh
Kohle108,1 TWh2,0 TWh

Quelle: Umweltbundesamt auf Basis der AG Energiebilanzen, Stand 09/2025. Erneuerbare Energien umfassen hier Biomasse, erneuerbare Abfälle, Solar- und Geothermie sowie Umweltwärme, also auch das, was eine Wärmepumpe der Umgebung entzieht.

Drei Bewegungen stechen heraus. Die Kohle ist praktisch verschwunden, von 108 auf 2 Terawattstunden. Das Heizöl hat sich fast halbiert. Und die erneuerbaren Energien haben sich verneunfacht, von 10,7 auf 96,7 Terawattstunden. Erdgas ist trotzdem der größte Posten geblieben und liegt heute höher als 1990.

Die Emissionen fallen schneller als der Verbrauch

Die direkten Kohlendioxid-Emissionen der Feuerungsanlagen in privaten Haushalten sind von 128,6 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf 77,1 Millionen Tonnen im Jahr 2024 gesunken, ein Minus von 40 Prozent. Direkt heißt: ohne das, was für Strom und Fernwärme anderswo entsteht.

Bei 4,5 Prozent weniger Energie 40 Prozent weniger Kohlendioxid, das geht nur über den Wechsel des Brennstoffs. Kohle und Öl tragen je Kilowattstunde erheblich mehr Emissionen als Gas, und Umweltwärme trägt an dieser Stelle keine. Wie groß der Unterschied je Heizung ausfällt, steht im CO₂-Vergleich.

Was die Zahlen für ein einzelnes Haus bedeuten

Eine Bundesstatistik entscheidet nichts über ein einzelnes Gebäude. Zwei Dinge lassen sich trotzdem übertragen.

Die Reihenfolge der Maßnahmen. Wenn vier Fünftel des Verbrauchs an Wärme und Warmwasser hängen, entscheidet sich dort auch die Rechnung im eigenen Haus. Was die Abrechnung dazu sagt, steht im Heizkostenvergleich.

Der Anteil des Warmwassers. 16 Prozent im Bundesschnitt sind viel, und der Anteil steigt, je besser das Gebäude gedämmt ist. In einem sanierten Haus kann das Warmwasser ein Viertel des Verbrauchs ausmachen. Für die Auslegung einer Wärmepumpe ist das der Unterschied zwischen einer passenden und einer zu kleinen Anlage, siehe Warmwasser mit der Wärmepumpe.

Häufige Fragen

Wie viel Energie verbrauchen private Haushalte in Deutschland? 2024 waren es rund 625 Terawattstunden, also 625 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht gut einem Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Kraftstoffe für Autos sind darin nicht enthalten.

Wofür verbrauchen Haushalte die meiste Energie? Für die Raumwärme. 2024 waren es 414 von 625 Terawattstunden, also 66 Prozent. Warmwasser kam auf weitere 16 Prozent.

Wie viel Energie geht in Beleuchtung und Elektrogeräte? Beleuchtung lag 2024 bei 1,7 Prozent des Haushaltsverbrauchs, Information und Kommunikation bei 3,6 Prozent, Prozesskälte bei 4,8 Prozent.

Sinkt der Energieverbrauch der Haushalte? Langsam. Gegenüber 1990 liegt er 4,5 Prozent niedriger. Beim Heizen ist der Rückgang deutlicher: von 527 Terawattstunden 2008 auf 414 im Jahr 2024.

Womit heizen deutsche Haushalte? Nach Energieträgern lagen 2024 Gase mit 224,6 Terawattstunden vorn, dann Strom mit 133,0, Mineralöle mit 115,8, erneuerbare Energien mit 96,7 und Fernwärme mit 53,0.

Wie stark sind die CO₂-Emissionen der Haushalte gesunken? Die direkten Emissionen der Feuerungsanlagen fielen von 128,6 Millionen Tonnen 1990 auf 77,1 Millionen Tonnen 2024. Das ist ein Rückgang um 40 Prozent.

Warum sinkt der Verbrauch langsamer als erwartet? Weil zwei Entwicklungen gegeneinander laufen: bessere Gebäude und Anlagen auf der einen Seite, mehr Haushalte und größere Wohnflächen auf der anderen.

Woher stammen diese Zahlen? Aus den Auswertungs- und Anwendungsbilanzen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, aufbereitet vom Umweltbundesamt. Stand der Daten ist September und Oktober 2025.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Energieverbrauch privater Haushalte (Stand 22.12.2025)
  2. Umweltbundesamt auf Basis AG Energiebilanzen: Entwicklung des Endenergieverbrauchs der privaten Haushalte, Auswertungstabellen Stand 09/2025
  3. Umweltbundesamt auf Basis AG Energiebilanzen: Anteil der Anwendungsbereiche der privaten Haushalte, Anwendungsbilanzen Stand 10/2025
  4. Umweltbundesamt: Direkte Kohlendioxid-Emissionen von Feuerungsanlagen der privaten Haushalte, Nationale Trendtabellen Stand 03/2025