Gaspreis-Entwicklung für Haushalte: alle Halbjahre seit 2007

Haushalte zahlten im 1. Halbjahr 2026 im Mittel 11,56 Cent je Kilowattstunde Gas, 79 Prozent mehr als 2021. Seit 2023 wird der Einkauf billiger, Netz und Steuern teurer.

Blauer Flammenkranz eines Gasbrenners auf einem Edelstahlherd, von schräg oben.
Im 1. Halbjahr 2026 zahlten Haushalte im Mittel 11,56 Cent je Kilowattstunde Gas, 79 Prozent mehr als 2021. Foto: Mark Owen Wilkinson Hughes auf Unsplash

Das Wichtigste auf den Punkt gebracht

  • Eine Kilowattstunde Gas kostete Haushalte im ersten Halbjahr 2026 rund 11,6 Cent, mit allen Steuern. Anfang 2021 waren es rund 6,5 Cent.
  • Den höchsten Preis zahlten Haushalte im zweiten Halbjahr 2024 mit rund 12,4 Cent. 2023 war der Preis durch die Gaspreisbremse gedämpft.
  • Der Einkauf des Gases ist seit 2023 billiger geworden. Netzentgelte, Mehrwertsteuer und CO₂-Preis sind dagegen gestiegen und halten den Preis oben.
  • Ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch zahlt zum Preis von 2026 rund 2.300 Euro im Jahr, gut 1.000 Euro mehr als 2021.

Private Haushalte in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 im Mittel 11,56 Cent je Kilowattstunde Erdgas bezahlt, alle Steuern und Abgaben eingerechnet. Das sind 79 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021 mit 6,47 Cent und 5,5 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Die Werte stammen aus der Preisstatistik von Eurostat. Stand dieses Beitrags ist der 19. Oktober 2026, die jüngste veröffentlichte Zahl gilt für Januar bis Juni 2026.

Gemeint ist das Verbrauchsband von 20 bis 200 Gigajoule im Jahr, also rund 5.600 bis 55.600 Kilowattstunden. Ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden liegt mitten darin. Der Preis ist ein Durchschnitt je Kilowattstunde, in dem Grundpreis, Arbeitspreis, Netzentgelte, Steuern und Umlagen zusammen stecken.

Haushaltsgaspreis je Halbjahr seit 2007

Die vollständige Reihe, so wie Eurostat sie im Datensatz nrg_pc_202 ausweist. Die Spalte „ohne Steuern“ zeigt den Preis ohne Mehrwertsteuer, Energiesteuer, CO₂-Preis und Umlagen. Der Rang zählt die EU-Staaten, für die Eurostat im jeweiligen Halbjahr einen Wert veröffentlicht, Platz 1 ist der teuerste. Die letzte Spalte rechnet den Preis des Halbjahres auf einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden hoch.

HalbjahrPreis inkl. Steuernohne SteuernEU-MittelRang Deutschland20.000 kWh im Jahr
2007, 2. Hj.6,13 ct4,56 ct5,65 ct6 von 231.226 €
2008, 1. Hj.6,41 ct4,79 ct5,82 ct4 von 231.282 €
2008, 2. Hj.7,62 ct5,81 ct6,67 ct3 von 231.524 €
2009, 1. Hj.6,48 ct4,85 ct6,32 ct7 von 231.296 €
2009, 2. Hj.5,89 ct4,35 ct5,58 ct6 von 231.178 €
2010, 1. Hj.5,65 ct4,15 ct5,62 ct8 von 231.130 €
2010, 2. Hj.5,71 ct4,20 ct6,20 ct10 von 231.142 €
2011, 1. Hj.5,88 ct4,35 ct6,05 ct9 von 231.176 €
2011, 2. Hj.6,40 ct4,78 ct6,88 ct10 von 231.280 €
2012, 1. Hj.6,37 ct4,76 ct6,57 ct11 von 231.274 €
2012, 2. Hj.6,48 ct4,86 ct7,39 ct14 von 241.296 €
2013, 1. Hj.6,61 ct4,96 ct6,92 ct11 von 241.322 €
2013, 2. Hj.6,89 ct5,19 ct7,46 ct12 von 241.378 €
2014, 1. Hj.6,78 ct5,10 ct6,86 ct11 von 241.356 €
2014, 2. Hj.6,81 ct5,13 ct7,41 ct11 von 241.362 €
2015, 1. Hj.6,76 ct5,09 ct6,72 ct10 von 241.352 €
2015, 2. Hj.6,81 ct5,13 ct7,25 ct11 von 241.362 €
2016, 1. Hj.6,61 ct4,96 ct6,43 ct8 von 241.322 €
2016, 2. Hj.6,42 ct4,80 ct6,75 ct11 von 241.284 €
2017, 1. Hj.6,11 ct4,54 ct6,19 ct10 von 241.222 €
2017, 2. Hj.6,09 ct4,53 ct6,82 ct10 von 231.218 €
2018, 1. Hj.6,08 ct4,52 ct6,31 ct10 von 241.216 €
2018, 2. Hj.6,08 ct4,51 ct7,19 ct12 von 241.216 €
2019, 1. Hj.6,32 ct4,72 ct6,74 ct10 von 241.264 €
2019, 2. Hj.5,88 ct4,31 ct7,28 ct10 von 241.176 €
2020, 1. Hj.5,97 ct4,39 ct6,46 ct10 von 241.194 €
2020, 2. Hj.6,20 ct4,71 ct7,01 ct10 von 241.240 €
2021, 1. Hj.6,47 ct4,35 ct6,40 ct8 von 241.294 €
2021, 2. Hj.6,92 ct4,74 ct7,84 ct13 von 241.384 €
2022, 1. Hj.8,06 ct5,61 ct8,47 ct13 von 241.612 €
2022, 2. Hj.9,41 ct7,41 ct11,25 ct19 von 241.882 €
2023, 1. Hj.12,30 ct9,69 ct11,63 ct8 von 242.460 €
2023, 2. Hj.11,45 ct9,30 ct11,41 ct10 von 242.290 €
2024, 1. Hj.11,98 ct9,25 ct11,04 ct6 von 232.396 €
2024, 2. Hj.12,38 ct8,72 ct12,44 ct8 von 232.476 €
2025, 1. Hj.12,16 ct8,30 ct11,43 ct8 von 232.432 €
2025, 2. Hj.12,23 ct8,37 ct12,28 ct8 von 232.446 €
2026, 1. Hj.11,56 ct7,94 ct11,03 ct8 von 232.312 €

Quelle: Eurostat, nrg_pc_202, Verbrauchsband D2 (20 bis 200 GJ), Stand 16.10.2026. EU-Mittel: EU27 in der Abgrenzung ab 2020. Hochrechnung auf 20.000 kWh: eigene Rechnung.

Vierzehn Jahre lang, von 2007 bis 2020, bewegte sich der Preis zwischen 5,65 und 7,62 Cent. Seit dem ersten Halbjahr 2023 liegt er in keinem Halbjahr mehr unter 11,4 Cent.

Den höchsten Preis zahlten Haushalte Ende 2024

Der teuerste Halbjahrespreis für Haushaltsgas in Deutschland war 12,38 Cent je Kilowattstunde im zweiten Halbjahr 2024, nach Eurostat. Er liegt knapp über den 12,30 Cent aus dem ersten Halbjahr 2023, als die Folgen der Energiekrise bei den Haushalten ankamen. Die Werte für 2023 sind allerdings durch die Gaspreisbremse gesenkt: Nach dem Erdgas-Wärme-Preisbremsengesetz bekamen Haushalte ab März 2023 eine Gutschrift für 80 Prozent ihres prognostizierten Jahresverbrauchs. Die Eurostat-Werte für Deutschland stimmen mit denen des Statistischen Bundesamts überein, und das Amt gibt an, dass die bis Ende 2023 geltenden Preisbremsen darin berücksichtigt sind. Ohne die Bremse hätte der Preis 2023 höher gelegen. Die 12,38 Cent sind also der höchste Preis, den Haushalte selbst bezahlt haben.

Die Spalte ohne Steuern zeigt, warum der Endpreis 2024 trotzdem neu stieg: Der Preis ohne Steuern und Abgaben hatte seinen Höhepunkt mit 9,69 Cent im ersten Halbjahr 2023 und ist seitdem bis auf eine kleine Ausnahme Ende 2025 gefallen, bis auf 7,94 Cent Anfang 2026. Zum Jahreswechsel 2024 lief die Gaspreisbremse aus, und dazu kam die Umsatzsteuer. Nach § 28 Absatz 5 UStG galt für Gas aus dem Erdgasnetz vom 1. Oktober 2022 bis 31. März 2024 der ermäßigte Satz von 7 statt 19 Prozent. Danach war der volle Satz wieder fällig, und zugleich stieg der CO₂-Preis von 30 auf 45 Euro je Tonne.

In der Krise selbst lag Deutschland unter dem europäischen Schnitt. Im zweiten Halbjahr 2022 kostete Gas deutsche Haushalte 9,41 Cent, im EU-Mittel 11,25 Cent; Deutschland stand auf Rang 19 von 24. Ein Halbjahr später lag es mit 12,30 Cent über dem EU-Mittel von 11,63 Cent. Der Anstieg kam hier also ein halbes Jahr später an, blieb dafür aber länger.

Netzentgelte und Steuern halten den Preis oben

Für die Zusammensetzung des Preises führt Eurostat einen eigenen Datensatz, nrg_pc_202_c, mit Jahreswerten bis 2025. Er teilt den Preis in drei Blöcke: Energie und Vertrieb (Einkauf, Marge, Vertrieb des Versorgers), Netzentgelte und Steuern und Abgaben.

JahrEnergie und VertriebNetzentgelteSteuern und Abgabendavon Umsatzsteuerdavon Energiesteuer und CO₂-PreisSumme
20192,80 ct (48 %)1,51 ct (26 %)1,57 ct (27 %)0,94 ct0,55 ct5,88 ct
20202,94 ct (49 %)1,58 ct (26 %)1,54 ct (25 %)0,91 ct0,55 ct6,06 ct
20212,96 ct (44 %)1,56 ct (23 %)2,14 ct (32 %)1,06 ct1,01 ct6,66 ct
20224,78 ct (56 %)1,51 ct (18 %)2,28 ct (27 %)1,10 ct1,02 ct8,57 ct
20237,55 ct (63 %)1,98 ct (17 %)2,42 ct (20 %)0,78 ct1,09 ct11,95 ct
20247,03 ct (58 %)1,98 ct (16 %)3,15 ct (26 %)1,50 ct1,37 ct12,16 ct
20255,97 ct (49 %)2,36 ct (19 %)3,86 ct (32 %)1,94 ct1,55 ct12,19 ct

Quelle: Eurostat, nrg_pc_202_c, Verbrauchsband D2, Stand 05.10.2026. Die Summe ist ein eigener Jahreswert von Eurostat und deckt sich nicht immer genau mit dem Mittel der beiden Halbjahre aus der ersten Tabelle, 2019 liegt sie 0,22 Cent darunter. Unter Steuern und Abgaben steht außerdem ein kleiner Rest aus Kapazitätsabgaben und sonstigen Posten, 2025 zusammen 0,36 Cent.

Daraus lassen sich zwei Rechnungen ablesen.

Von 2021 bis 2025 ist die Kilowattstunde Gas um 5,53 Cent teurer geworden. 3,01 Cent davon entfallen auf Energie und Vertrieb, 1,72 Cent auf Steuern und Abgaben und 0,80 Cent auf die Netzentgelte. Die Netzentgelte sind damit um 51 Prozent gestiegen, von 1,56 auf 2,36 Cent.

Von 2023 bis 2025 ist der Beschaffungsanteil um 1,58 Cent gefallen, der Endpreis aber um 0,24 Cent gestiegen. Die Netzentgelte legten in dieser Zeit um 0,38 Cent zu, Steuern und Abgaben um 1,44 Cent. Den größten Teil davon macht die Rückkehr zur vollen Umsatzsteuer aus, den zweitgrößten der CO₂-Preis. Eine Gasrechnung wie vor 2021 setzt deshalb mehr voraus als einen billigeren Einkauf: Auch Netzentgelte und CO₂-Preis müssten sinken. Der gesetzliche Pfad sieht das beim CO₂-Preis nicht vor, der Mindestpreis 2026 entspricht dem Festpreis 2025.

Für 2026 liegt die Aufschlüsselung noch nicht vor. Das Statistische Bundesamt nennt als Grund für den Rückgang im ersten Halbjahr 2026 die Abschaffung der Gasspeicherumlage. Es weist für alle Haushalte zusammen 11,58 Cent aus; die 11,56 Cent von Eurostat gelten nur für das mittlere Verbrauchsband. Wer unter 20 Gigajoule verbraucht, zahlte laut Destatis 15,17 Cent, wer über 200 Gigajoule verbraucht, 10,92 Cent.

Mir zeigen Leute ihren neuen Abschlag und sagen, na also, Gas wird wieder billiger. Stimmt ja auch, für ein Halbjahr. Ich schaue dann lieber auf die Teile der Rechnung, die keiner am Markt aushandelt. Netzentgelte, Steuern, CO₂-Preis, die gehen seit Jahren nur in eine Richtung. Und wer heute eine Gasheizung einbaut, bezahlt diese Teile ja nicht ein Jahr, sondern so lange, wie der Kessel läuft. Deswegen rechne ich so eine Entscheidung nie mit dem Preis von diesem Winter.

Porträt von Alexander MüllerAlexander MüllerArchitekt und Mitgründer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & Energiemanagement

Der CO₂-Preis macht gut einen Cent je Kilowattstunde aus

Der CO₂-Preis auf Heizgas folgt aus zwei Rechtsquellen. Wie viel CO₂ eine Kilowattstunde trägt, legt die Verordnung zur Emissionsberichterstattung 2030 fest: 0,0558 Tonnen je Gigajoule bei einem Umrechnungsfaktor von 3,2508 Gigajoule je Megawattstunde. Das sind 0,181 Kilogramm CO₂ je Kilowattstunde Erdgas. Den Preis je Tonne legt § 10 BEHG fest.

JahrCO₂-Preis je Tonneje kWh nettoje kWh mit 19 % UStbei 20.000 kWh mit USt
202125 €0,45 ct0,54 ct108 €
202230 €0,54 ct0,65 ct130 €
202330 €0,54 ct0,65 ct130 €
202445 €0,82 ct0,97 ct194 €
202555 €1,00 ct1,19 ct237 €
202655 bis 65 €1,00 bis 1,18 ct1,19 bis 1,40 ct237 bis 281 €

Quelle: § 10 Absatz 2 BEHG, EBeV 2030 Anlage 2; eigene Rechnung. Durchgehend ist der volle Steuersatz angesetzt, von Oktober 2022 bis März 2024 galten tatsächlich 7 Prozent.

Die Rechnung lässt sich gegen Eurostat prüfen. Zur CO₂-Abgabe kommt die Energiesteuer auf Heizgas, nach § 2 Absatz 3 EnergieStG 5,50 Euro je Megawattstunde, also 0,55 Cent je Kilowattstunde. 0,55 Cent Energiesteuer plus 1,00 Cent CO₂-Preis ergeben die 1,55 Cent, die Eurostat für 2025 als Umweltsteuern auf Haushaltsgas ausweist. Für 2024 geht die Rechnung mit 1,37 Cent ebenso auf. Wie die seit Jahren unveränderte Energiesteuer ist der CO₂-Preis damit ein Preisbestandteil, dessen Höhe unmittelbar aus dem Gesetz folgt.

Für 2026 sieht das Gesetz einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne vor. Für 2027 nennt § 10 BEHG in der geltenden Fassung keinen festen Betrag. Es ermächtigt die Bundesregierung nur, den Preis dann per Verordnung an die Durchschnittspreise von Versteigerungen nach dem Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz zu koppeln. Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 eine Änderung des BEHG beschlossen, nach der auch 2027 ein Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne gelten soll. Der Bundesrat hat mit Stand dieses Beitrags noch nicht abschließend beraten, verkündet ist die Änderung nicht. Was das für die eigene Rechnung heißt, steht im Beitrag zum CO₂-Preis beim Heizen. Wie sich der Ausstoß einer Gasheizung zu dem einer Wärmepumpe verhält, steht im Beitrag zur CO₂-Bilanz der Wärmepumpe.

Deutschland liegt auf Platz 8 von 23

Im ersten Halbjahr 2026 lag der deutsche Haushaltsgaspreis mit 11,56 Cent auf Rang 8 von 23 EU-Staaten mit veröffentlichtem Wert, 0,53 Cent über dem EU-Mittel von 11,03 Cent. Am teuersten war Gas in Schweden mit 22,01 Cent, gefolgt von den Niederlanden mit 16,22 und Frankreich mit 13,47 Cent. Am günstigsten war es in Ungarn mit 3,30 Cent.

Seit dem ersten Halbjahr 2023 steht Deutschland durchgehend zwischen Rang 6 und Rang 10. Von 2010 bis 2020 lag der Rang meist um 10, und der deutsche Preis lag in 19 von 22 Halbjahren unter dem EU-Mittel. Seit 2023 liegt Deutschland in fünf von sieben Halbjahren über dem Mittel, in den beiden anderen fast gleichauf. Das gleicht eher den Jahren 2007 bis 2009, als der deutsche Preis in jedem Halbjahr über dem EU-Mittel lag, als dem Jahrzehnt danach.

20.000 Kilowattstunden kosteten 2.312 Euro statt 1.294

Als Beispiel dient ein Einfamilienhaus mit Gasheizung und 20.000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr. Zum Preis des ersten Halbjahres 2026 kostet diese Menge 2.312 Euro, zum Preis des ersten Halbjahres 2021 waren es 1.294 Euro. Der Unterschied beträgt 1.018 Euro im Jahr.

Die Annahme dahinter ist bewusst einfach: Der Jahresverbrauch wird mit dem Durchschnittspreis eines Halbjahres multipliziert, als hätte dieser Preis das ganze Jahr gegolten. Tatsächlich fällt der Verbrauch überwiegend im Winter an, und der eigene Tarif kann vom Mittel deutlich abweichen, nach oben wie nach unten. Der Eurostat-Preis enthält Grundpreis und Arbeitspreis bereits anteilig, für einen Haushalt im mittleren Verbrauchsband ist er deshalb ein brauchbarer Vergleichswert für die eigene Abrechnung. Wer die tatsächlich gemessenen Heizkosten nach Energieträger sehen will, findet sie im Heizkostenvergleich nach Heizspiegel.

Der Preis ohne Steuern zeigt dieselbe Rechnung von der anderen Seite: 20.000 Kilowattstunden kosteten Anfang 2026 ohne Steuern und Abgaben 1.588 Euro, 2021 waren es 870 Euro. Steuern und Abgaben machen heute also gut 720 Euro der Jahresrechnung aus, 2021 waren es rund 420 Euro.

Ob sich bei diesen Preisen ein Wechsel lohnt, hängt am Verhältnis von Gas- zu Strompreis und an der Effizienz der Anlage. Die Schwelle dafür ist im Vergleich Wärmepumpe oder Gasheizung nachgerechnet.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Gaspreis für Haushalte aktuell? Im ersten Halbjahr 2026 lag er nach Eurostat bei 11,56 Cent je Kilowattstunde für Haushalte mit 20 bis 200 Gigajoule Jahresverbrauch, alle Steuern und Abgaben eingerechnet. Das Statistische Bundesamt nennt für alle Haushalte zusammen 11,58 Cent.

Wie hat sich der Gaspreis seit 2021 entwickelt? Er stieg von 6,47 Cent im ersten Halbjahr 2021 auf 12,30 Cent im ersten Halbjahr 2023 und erreichte 12,38 Cent im zweiten Halbjahr 2024. Seitdem ist er leicht gefallen, auf 11,56 Cent im ersten Halbjahr 2026. Das sind 79 Prozent mehr als 2021.

Wann war Gas für Haushalte am teuersten? Im zweiten Halbjahr 2024 mit 12,38 Cent je Kilowattstunde. Die Preise für 2023 sind durch die Gaspreisbremse gesenkt, ohne sie hätte der Preis damals höher gelegen. Ohne Steuern war der Preis im ersten Halbjahr 2023 am höchsten, mit 9,69 Cent.

Woraus setzt sich der Gaspreis zusammen? 2025 entfielen nach Eurostat 5,97 Cent auf Energie und Vertrieb, 2,36 Cent auf Netzentgelte und 3,86 Cent auf Steuern und Abgaben, zusammen 12,19 Cent je Kilowattstunde. Das sind 49, 19 und 32 Prozent.

Wie viel CO₂-Preis steckt im Gaspreis? Bei 55 Euro je Tonne im Jahr 2025 rund 1,00 Cent je Kilowattstunde ohne und 1,19 Cent mit Umsatzsteuer. Für 20.000 Kilowattstunden sind das rund 237 Euro im Jahr. 2026 gilt ein Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne.

Wie hoch ist der CO₂-Preis 2027? Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, dass der Preis auch 2027 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegen soll. Der Bundesrat hat noch nicht abschließend beraten, im geltenden Text des Brennstoffemissionshandelsgesetzes steht für 2027 noch kein Betrag.

Ist Gas in Deutschland teurer als im EU-Durchschnitt? Ja, im ersten Halbjahr 2026 lag Deutschland mit 11,56 Cent über dem EU-Mittel von 11,03 Cent, auf Rang 8 von 23 Staaten. Am teuersten war Schweden, am günstigsten Ungarn.

Was kostet Gas für ein Einfamilienhaus im Jahr? Bei 20.000 Kilowattstunden und dem Durchschnittspreis des ersten Halbjahres 2026 rund 2.312 Euro. Zum Preis des ersten Halbjahres 2021 wären es 1.294 Euro gewesen.

Quellen

  1. Eurostat: Gas prices for household consumers, bi-annual data from 2007 onwards (nrg_pc_202), Stand 16.10.2026
  2. Eurostat: Gas prices components for household consumers, annual data (nrg_pc_202_c), Stand 05.10.2026
  3. Statistisches Bundesamt: Strom- und Gaspreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026 gesunken, Pressemitteilung Nr. 345 vom 30.09.2026
  4. Statistisches Bundesamt: Gaspreise im 2. Halbjahr 2023 um 6,9 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2023 gesunken, Pressemitteilung Nr. 128 vom 28.03.2024
  5. § 10 Erdgas-Wärme-Preisbremsengesetz (EWPBG): Entlastungskontingent
  6. Deutscher Bundestag: Bundestag novelliert das Brennstoffemissionshandelsgesetz, Beschluss vom 15.10.2026
  7. Bundesrat, Vorgang 462/26: Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes
  8. § 10 Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG): Veräußerung von Emissionszertifikaten
  9. Verordnung zur Emissionsberichterstattung 2030 (EBeV 2030), Anlage 2: Standardwerte für Erdgas
  10. § 2 Energiesteuergesetz (EnergieStG): Steuertarif
  11. § 28 Umsatzsteuergesetz (UStG): Zeitlich begrenzte Fassungen