Wärmepumpe oder Gasheizung: Was ist günstiger?

Bei den Preisen von 2026 heizt eine Wärmepumpe ab einer Jahresarbeitszahl von 2,8 günstiger als ein Gasbrennwertkessel. Im Feld gemessen werden im Mittel 3,4.

Blaue Gasflamme eines Brenners.
Der Vergleich entscheidet sich am Verhältnis von Strom- zu Gaspreis. Foto: Ekanta Datta auf Unsplash

Das Wichtigste auf den Punkt gebracht

  • Eine Wärmepumpe heizt günstiger als Gas, sobald sie aus einer Kilowattstunde Strom mehr als 2,8 Kilowattstunden Wärme macht.
  • Echte Anlagen schaffen im Schnitt 3,4. Die Wärmepumpe ist damit im Betrieb günstiger.
  • Dazu kommt: Für die Wärmepumpe gibt es Förderung, für einen neuen Gaskessel nicht.

Die Frage lässt sich präzise beantworten, weil sie auf eine einzige Kennzahl zusammenläuft. Bei den Energiepreisen von 2026 heizt eine Wärmepumpe ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 2,8 günstiger als ein Gasbrennwertkessel. Im Feld gemessen werden im Mittel 3,4.

Verglichen wird der Preis je Kilowattstunde Wärme

Verglichen wird nicht Strompreis gegen Gaspreis, sondern was eine Kilowattstunde Wärme kostet. Dafür braucht es beide Preise und beide Wirkungsgrade.

GasbrennwertkesselWärmepumpe
Energiepreis11,93 ct/kWh (BDEW, Einfamilienhaus 2026)37,0 ct/kWh (BDEW, 2026)
Wirkungsgradetwa 0,90Jahresarbeitszahl 3,4 (Fraunhofer ISE)
Kosten je kWh Wärme13,3 ct10,9 ct

Das Statistische Bundesamt weist für das zweite Halbjahr 2025 12,23 Cent je Kilowattstunde Gas und 40,55 Cent je Kilowattstunde Strom aus. Mit diesen Werten liegt die Wärmepumpe bei 11,9 Cent gegenüber 13,6 Cent beim Gaskessel. Die Rangfolge bleibt in beiden Rechnungen gleich.

Ab einer Jahresarbeitszahl von 2,8 heizt die Wärmepumpe günstiger

Die Wärmepumpe ist genau dann günstiger, wenn ihre Jahresarbeitszahl über dem Verhältnis von Strom- zu Wärmepreis des Gaskessels liegt. Wie viel Strom dahintersteht, lässt sich über den Stromverbrauch für das eigene Haus überschlagen.

37,0 geteilt durch 13,3 ergibt 2,8. Das ist die Schwelle. Darüber ist die Wärmepumpe im Betrieb günstiger, darunter der Gaskessel.

Zur Einordnung, was im Feld gemessen wird: Das Fraunhofer ISE hat 61 Luftwärmepumpen in Bestandsgebäuden vermessen und einen Mittelwert von 3,4 gefunden, bei einer Spanne von 2,6 bis 4,9. Die schwächste gemessene Anlage lag damit unter der Schwelle. Der Mittelwert liegt klar darüber.

Mit Wärmepumpentarif sinkt die nötige Jahresarbeitszahl

Wärmepumpentarife liegen unter dem allgemeinen Haushaltsstrompreis. Sie setzen meist einen eigenen Zähler voraus und erlauben dem Netzbetreiber, die Anlage zeitweise zu steuern.

StrompreisKosten je kWh Wärme bei JAZ 3,4Schwellen-JAZ
40,55 ct11,9 ct3,0
37,0 ct10,9 ct2,8
33,0 ct9,7 ct2,5
28,0 ct8,2 ct2,1

Bei 28 Cent liegt die Schwelle bei 2,1. Eine Jahresarbeitszahl von 2,1 wurde in der Feldmessung des Fraunhofer ISE von keiner einzigen Anlage unterschritten.

Die Schwelle von 2,8 ist eine brauchbare Orientierung, nur beantwortet sie nicht, was die Leute wirklich fragen. Gefragt wird: Was passiert, wenn ich noch warte? Ein Gaskessel von 2008 läuft vermutlich weitere fünf Jahre. In dieser Zeit steigt der CO₂-Preis und der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt, beides zieht in dieselbe Richtung. Dazu kommt, dass hier über eine Anlage entschieden wird, die zwanzig Jahre und länger heizt. Auf diese Dauer gerechnet ist die Sache dann nicht mehr knapp.

Porträt von Alexander MüllerAlexander MüllerArchitekt und Mitgründer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & Energiemanagement

Investition, Förderung und CO₂-Preis kommen dazu

Der Vergleich oben betrifft nur die laufenden Energiekosten. Vollständig wird er erst mit drei weiteren Posten:

Die Investition. Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung mehr als ein Gaskessel. Die Differenz hängt vom Gebäude ab und lässt sich nicht pauschalisieren.

Die Förderung. Für die Wärmepumpe gibt es bis zu 80 Prozent Zuschuss, höchstens 22.400 Euro im Einfamilienhaus. Für einen neuen Gaskessel gibt es nichts. Das verschiebt die Investitionsrechnung erheblich, Einzelheiten stehen im Beitrag zur Heizungsförderung.

Der CO₂-Preis. Er ist im Gaspreis enthalten und steigt. Damit steigt der Gaspreis unabhängig vom Marktpreis weiter, während der Schwellenwert sinkt.

Häufige Fragen

Ist eine Wärmepumpe günstiger als eine Gasheizung? Im Betrieb ja, sobald die Jahresarbeitszahl über etwa 2,8 liegt. Bei den Preisen von 2026 kostet die Wärmepumpe rund 10,9 Cent je Kilowattstunde Wärme, der Gaskessel rund 13,3 Cent.

Ab welcher Jahresarbeitszahl lohnt sich die Wärmepumpe? Ab etwa 2,8 beim allgemeinen Haushaltsstrompreis, ab etwa 2,1 mit einem Wärmepumpentarif von 28 Cent.

Was kostet eine Kilowattstunde Gas 2026? Der BDEW weist für Haushalte im Einfamilienhaus 11,93 Cent aus. Das Statistische Bundesamt nennt für das zweite Halbjahr 2025 12,23 Cent.

Wie wirkt der CO₂-Preis? Er ist Teil des Gaspreises und steigt. Damit verteuert sich Gas unabhängig vom Marktpreis, und die Schwelle sinkt weiter.

Lohnt sich der Wechsel bei einem funktionierenden Gaskessel? Der Klimageschwindigkeitsbonus von derzeit 16 Prozent setzt gerade den Austausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung voraus. Er sinkt ab Februar 2027 halbjährlich.

Was ist mit dem Wirkungsgrad des Gaskessels? Für einen Brennwertkessel sind rund 0,90 angesetzt. Bei einem älteren Niedertemperaturkessel liegt er näher bei 0,80, was den Gaskessel zusätzlich verteuert.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt: Gaspreise für Haushalte, 1. Halbjahr 2025
  2. Statistisches Bundesamt: Strompreise für Haushalte, 2. Halbjahr 2025
  3. BDEW: Gaspreisanalyse
  4. BDEW: Strompreisanalyse
  5. Fraunhofer ISE: WP-QS im Bestand, 03.11.2025