Das Wichtigste auf den Punkt gebracht
- Der CO₂-Preis liegt 2026 bei 55 bis 65 Euro je Tonne. Beim Rechnungswert von 60 Euro sind das rund 1,3 Cent je Kilowattstunde Gas und rund 19 Cent je Liter Heizöl, mit Mehrwertsteuer.
- Ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Gas zahlt dafür rund 260 Euro im Jahr, eines mit 2.000 Litern Heizöl rund 380 Euro.
- Für 2027 hat der Bundestag am 15. Oktober 2026 erneut 55 bis 65 Euro je Tonne beschlossen, der Bundesrat steht noch aus. Ab 2028 entsteht er im europäischen Emissionshandel am Markt, eine feste Obergrenze gibt es dort nicht.
- Wer vermietet, trägt je nach Gebäude zwischen 0 und 95 Prozent der CO₂-Kosten der Mieter.
Bei 60 Euro je Tonne macht der CO₂-Preis 1,3 Cent je Kilowattstunde Gas und 19 Cent je Liter Heizöl aus, jeweils mit Mehrwertsteuer. Für 2027 hat der Bundestag erneut 55 bis 65 Euro je Tonne beschlossen, der Bundesrat steht noch aus. Ab 2028 bildet den Preis der europäische Emissionshandel.
Die Zahlen in diesem Beitrag sind aus zwei amtlichen Quellen gerechnet: dem Preispfad im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) und den Emissionsfaktoren, mit denen die Gas- und Heizöllieferanten ihre Emissionen an das Umweltbundesamt melden müssen. Stand ist der 19. Oktober 2026.
Gas 1,3 Cent je Kilowattstunde, Heizöl 19 Cent je Liter
Den CO₂-Preis zahlt nicht der Haushalt direkt, sondern das Unternehmen, das den Brennstoff in Verkehr bringt. Es muss nach § 7 BEHG über die Emissionen berichten und nach § 8 für jede Tonne CO₂ ein Zertifikat abgeben. Die Kosten stecken anschließend im Gas- oder Heizölpreis.
Wie viel CO₂ ein Brennstoff verursacht, legt die Verordnung zur Emissionsberichterstattung 2030 in Anlage 2 Teil 4 fest. Daraus ergibt sich:
- Erdgas: 0,181 Kilogramm CO₂ je Kilowattstunde, so wie die Kilowattstunden auf der Gasrechnung abgerechnet werden. Gerechnet aus dem Umrechnungsfaktor von 3,2508 Gigajoule je Megawattstunde und dem Emissionsfaktor von 0,0558 Tonnen CO₂ je Gigajoule.
- Heizöl EL: 2,676 Kilogramm CO₂ je Liter. Gerechnet aus der Dichte von 0,845 Kilogramm je Liter, dem Heizwert von 42,8 Gigajoule je Tonne und dem Emissionsfaktor von 0,074 Tonnen CO₂ je Gigajoule.
Für 2026 gilt nach § 10 BEHG ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Für die Angabe auf der Rechnung setzt das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz den Mittelwert an, also 60 Euro. Damit kostet der CO₂-Preis 2026 netto 1,09 Cent je Kilowattstunde Gas und 16,1 Cent je Liter Heizöl. Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer sind es 1,30 Cent je Kilowattstunde Gas und 19,1 Cent je Liter Heizöl.
Die Mehrwertsteuer gehört dazu, weil sie auf den gesamten Brennstoffpreis anfällt und der CO₂-Preis ein Teil davon ist. Lieferanten müssen den CO₂-Kostenanteil nach § 3 CO2KostAufG ausdrücklich einschließlich Umsatzsteuer auf der Rechnung ausweisen.
Von 108 auf 259 Euro im Jahr: der CO₂-Anteil seit 2021
Die folgende Tabelle rechnet den gesetzlichen Preispfad in die Einheiten der Heizkostenrechnung um. Grundlage ist ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas oder 2.000 Litern Heizöl im Jahr. Alle Beträge enthalten 19 Prozent Mehrwertsteuer.
| Jahr | CO₂-Preis je Tonne | Gas je kWh | Heizöl je Liter | Gas im Jahr (20.000 kWh) | Heizöl im Jahr (2.000 l) |
|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | 25 € | 0,54 ct | 8,0 ct | 108 € | 159 € |
| 2022 | 30 € | 0,65 ct | 9,6 ct | 130 € | 191 € |
| 2023 | 30 € | 0,65 ct | 9,6 ct | 130 € | 191 € |
| 2024 | 45 € | 0,97 ct | 14,3 ct | 194 € | 287 € |
| 2025 | 55 € | 1,19 ct | 17,5 ct | 237 € | 350 € |
| 2026 | 55 bis 65 € (Rechnungswert 60 €) | 1,19 bis 1,40 ct (1,30 ct) | 17,5 bis 20,7 ct (19,1 ct) | 237 bis 281 € (259 €) | 350 bis 414 € (382 €) |
| 2027 | 55 bis 65 € | 1,19 bis 1,40 ct | 17,5 bis 20,7 ct | 237 bis 281 € | 350 bis 414 € |
| ab 2028 | Marktpreis im EU-Emissionshandel | offen | offen | offen | offen |
Preise 2021 bis 2025 aus § 10 Absatz 2 BEHG, Korridor 2026 ebenda, Korridor 2027 nach dem Bundestagsbeschluss vom 15.10.2026. Emissionsfaktoren für 2021 und 2022 aus der EBeV 2022, die für Erdgas mit 0,056 statt 0,0558 Tonnen je Gigajoule rechnete; der Unterschied ändert keinen gerundeten Wert der Tabelle.
Zwei Einschränkungen gehören an die Tabelle. Von Oktober 2022 bis März 2024 galt auf Gas aus dem Netz nach § 28 Absatz 5 UStG der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent. Für 2023 lag der CO₂-Anteil im Beispielhaus deshalb bei 116 statt 130 Euro, in den Wintermonaten Ende 2022 und Anfang 2024 entsprechend niedriger. Und wie ein Gasversorger den CO₂-Preis in seinen Tarif einrechnet, regelt sein Vertrag. Die Tabelle zeigt den Anteil, der nach Gesetz auf der Rechnung auszuweisen ist.
Zusammengezählt hat der CO₂-Preis das Beispielhaus von 2021 bis 2026 mit Gas rund 1.060 Euro gekostet und mit Heizöl rund 1.560 Euro, gerechnet mit durchgehend 19 Prozent und dem Rechnungswert von 60 Euro für 2026.
Heizöl trägt je Kilowattstunde ein Drittel mehr CO₂
Wer Gas und Heizöl vergleicht, muss dieselbe Energiemenge zugrunde legen. Ein Liter Heizöl EL enthält nach den Standardwerten der EBeV 2030 rund 10,05 Kilowattstunden. Je Kilowattstunde Heizwert setzt Heizöl 0,266 Kilogramm CO₂ frei, Erdgas 0,201 Kilogramm. Heizöl zahlt damit für dieselbe Wärme etwa ein Drittel mehr CO₂-Preis als Erdgas.
Im Netz finden sich für Erdgas sowohl 0,201 als auch 0,181 Kilogramm je Kilowattstunde. Beides stimmt. Der erste Wert bezieht sich auf den Heizwert, der zweite auf den Brennwert, und in Brennwert-Kilowattstunden rechnet der Gasversorger ab. Die Verordnung übersetzt das mit dem Faktor 0,903. Wer den CO₂-Anteil seiner Gasrechnung aus den abgerechneten Kilowattstunden nachrechnen will, nimmt 0,181. Auf der Rechnung selbst steht nach § 3 CO2KostAufG der heizwertbezogene Faktor, für Erdgas also 0,201.
Wie sich das gegen eine Wärmepumpe rechnet, steht im Beitrag Wärmepumpe oder Gasheizung. Für den CO₂-Preis aus dem BEHG gilt dort eine einfache Regel: Er hängt an Brennstoffen, und Strom ist keiner.
2027 soll der Korridor bei 55 bis 65 Euro bleiben
Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 die Dritte Änderung des BEHG beschlossen. Danach sollen die Zertifikate auch 2027 in einem Korridor von mindestens 55 und höchstens 65 Euro je Tonne versteigert werden. Der zweite Durchgang im Bundesrat steht mit Stand 19. Oktober 2026 noch aus, verkündet ist das Gesetz nicht. In Kraft tritt es am Tag nach der Verkündung. Bis dahin enthält § 10 BEHG keinen Korridor für 2027.
Ohne diese Änderung hätte sich der Preis 2027 aus den Auktionen im europäischen Emissionshandel für Kraftwerke und Industrie errechnet. So steht es in der Begründung des Gesetzentwurfs (Drucksache 21/7869). Hintergrund ist die Verschiebung des neuen europäischen Emissionshandels für Gebäude und Verkehr von 2027 auf 2028.
Für die Rechnung 2027 lässt sich der Wert schon heute eingrenzen. Nach § 4 CO2KostAufG gilt ab 2027 als maßgeblicher Preis der Durchschnitt der Versteigerungen vom 1. Juli bis 30. November des Vorjahres. Der Wert für 2027 entsteht also aus den Auktionen des Jahres 2026, die im Korridor von 55 bis 65 Euro laufen. Das Umweltbundesamt muss ihn spätestens zehn Werktage vor Jahresbeginn veröffentlichen.
Mich fragen gerade viele nach der Zahl für 2027, als hinge die Entscheidung daran. Tut sie nicht. 55 bis 65 Euro kennen wir aus diesem Jahr, und auf der Gasrechnung wird man den Unterschied kaum finden. Was mich interessiert, ist die Zeit danach, und da kann Ihnen niemand seriös einen Preis sagen. Ich übrigens auch nicht. Deswegen rechne ich mit niemandem eine neue Gas- oder Ölheizung auf dem heutigen Wert durch. Die läuft ja fast ihre ganze Lebensdauer in einem Markt, der heute noch gar nicht handelt.
Alexander MüllerArchitekt und Mitgründer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & EnergiemanagementAb 2028 bildet der Markt den Preis, ohne Obergrenze
Mit dem Start des europäischen Emissionshandels für Gebäude und Straßenverkehr, kurz ETS2, endet die nationale Bepreisung. Die Europäische Kommission nennt 2028 als das Jahr, in dem das System voll in Betrieb geht.
Fest steht für diese Phase:
- Einen festen Preis oder einen Korridor gibt es nicht. Der Preis entsteht aus Angebot und Nachfrage nach Zertifikaten.
- Es gibt eine Bremse über die Menge, nicht über den Preis. Steigt der Preis in den ersten beiden Jahren über 45 Euro je Tonne, gerechnet in Preisen von 2020, können zusätzliche Zertifikate aus einer Marktstabilitätsreserve freigegeben werden, ebenso bei einem zu schnellen Anstieg. Das dämpft den Preis, deckelt ihn aber nicht.
- Von den Zertifikaten für 2028 wird ein um 30 Prozent größeres Volumen versteigert, damit zum Start genug Zertifikate am Markt sind.
Nicht fest steht, wo der Preis sich einpendelt. Wer dafür eine Zahl liest, liest eine Prognose.
Je 10 Euro mehr pro Tonne kosten 43 Euro im Jahr mit Gas und 64 mit Öl
Weil der künftige Preis offen ist, hilft eine Faustregel mehr als eine Prognose. Im Beispielhaus kosten je 10 Euro mehr pro Tonne mit Gas 43 Euro im Jahr und mit Heizöl 64 Euro, jeweils mit Mehrwertsteuer. Das folgt direkt aus den 3,63 Tonnen CO₂, die 20.000 Kilowattstunden Gas verursachen, und den 5,35 Tonnen aus 2.000 Litern Heizöl.
Als Rechenbeispiel, ausdrücklich ohne Aussage darüber, ob diese Preise eintreten:
| Angenommener CO₂-Preis | Gas im Jahr (20.000 kWh) | Heizöl im Jahr (2.000 l) |
|---|---|---|
| 60 € je Tonne (Rechnungswert 2026) | 259 € | 382 € |
| 100 € je Tonne | 432 € | 637 € |
| 150 € je Tonne | 648 € | 955 € |
Wer den eigenen Verbrauch einsetzen will, multipliziert die Kilowattstunden Gas mit 0,181 oder die Liter Heizöl mit 2,676, teilt durch 1.000 und erhält die Tonnen CO₂. Mal Preis je Tonne, mal 1,19 ergibt den Jahresbetrag. Wie viel CO₂ sich mit einem Wechsel zur Wärmepumpe einsparen lässt, steht im Beitrag zur CO₂-Bilanz von Wärmepumpe und Gasheizung.
Vermieter tragen bis zu 95 Prozent
Wer eine Wohnung oder ein Haus vermietet, trägt einen Teil der CO₂-Kosten der Mieter. Wie viel, hängt nach dem Stufenmodell des CO2KostAufG am CO₂-Ausstoß je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr:
| CO₂ je m² und Jahr | Anteil Mieter | Anteil Vermieter |
|---|---|---|
| unter 12 kg | 100 % | 0 % |
| 12 bis unter 17 kg | 90 % | 10 % |
| 17 bis unter 22 kg | 80 % | 20 % |
| 22 bis unter 27 kg | 70 % | 30 % |
| 27 bis unter 32 kg | 60 % | 40 % |
| 32 bis unter 37 kg | 50 % | 50 % |
| 37 bis unter 42 kg | 40 % | 60 % |
| 42 bis unter 47 kg | 30 % | 70 % |
| 47 bis unter 52 kg | 20 % | 80 % |
| ab 52 kg | 5 % | 95 % |
Für das Beispielhaus mit 130 Quadratmetern heißt das: Mit Gas verursacht es 27,9 Kilogramm CO₂ je Quadratmeter, der Vermieter trägt 40 Prozent, 2026 also 104 von 259 Euro. Mit Heizöl sind es 41,2 Kilogramm je Quadratmeter, der Vermieter trägt 60 Prozent, also 229 von 382 Euro. Dasselbe Haus mit Heizöl verschiebt die Last damit deutlich zum Eigentümer.
Für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude neu eingebaut werden, gilt eine eigene Regel. Nach § 5a CO2KostAufG tragen Vermieter und Mieter einer Wohnung dort ab dem 1. Januar 2028 die CO₂-Kosten je zur Hälfte, unabhängig vom Stufenmodell, ebenso die Gasnetzentgelte. Ausnahmen gelten für Härtefälle und für einen Einbau nach einem irreparablen Ausfall der alten Heizung. Welche Pflichten beim Einbau einer solchen Heizung sonst gelten, steht im Beitrag zur Austauschpflicht für alte Heizungen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der CO₂-Preis 2026? Er liegt in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂. Für die Angabe auf der Heizkostenrechnung gilt der Mittelwert von 60 Euro.
Wie hoch ist der CO₂-Preis 2027? Er soll bei 55 bis 65 Euro je Tonne bleiben. Das hat der Bundestag am 15. Oktober 2026 beschlossen, der Bundesrat muss sich noch damit befassen. Der Wert auf der Rechnung ist der Durchschnitt der Versteigerungen von Juli bis November 2026.
Wie viel macht der CO₂-Preis beim Gas pro Kilowattstunde aus? Bei 60 Euro je Tonne 1,30 Cent je Kilowattstunde mit Mehrwertsteuer, 1,09 Cent ohne. Gerechnet mit 0,181 Kilogramm CO₂ je abgerechneter Kilowattstunde.
Wie viel macht der CO₂-Preis beim Heizöl pro Liter aus? Bei 60 Euro je Tonne 19,1 Cent je Liter mit Mehrwertsteuer, 16,1 Cent ohne. Ein Liter Heizöl EL verursacht 2,676 Kilogramm CO₂.
Was kostet der CO₂-Preis ein Einfamilienhaus im Jahr? Bei 20.000 Kilowattstunden Gas und 60 Euro je Tonne rund 259 Euro, bei 2.000 Litern Heizöl rund 382 Euro, jeweils mit Mehrwertsteuer.
Gibt es ab 2028 eine Obergrenze für den CO₂-Preis? Nein. Im europäischen Emissionshandel ETS2 bildet sich der Preis am Markt. Liegt der Preis in den ersten beiden Jahren über 45 Euro je Tonne in Preisen von 2020, können zusätzliche Zertifikate freigegeben werden. Eine feste Grenze ist das nicht.
Zahlt man für eine Wärmepumpe CO₂-Preis? Nicht nach dem BEHG. Der nationale CO₂-Preis gilt für Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl, Strom gehört nicht dazu. Indirekt steckt im Strompreis der CO₂-Preis, den Kraftwerke im europäischen Emissionshandel zahlen.
Muss mein Vermieter einen Teil der CO₂-Kosten zahlen? Ja, je nach CO₂-Ausstoß des Gebäudes zwischen 0 und 95 Prozent. Je schlechter das Gebäude, desto größer der Anteil des Vermieters.



