Das Wichtigste auf den Punkt gebracht
- Im 130-Quadratmeter-Haus kostet Heizen 2025 mit Wärmepumpe 1.265 Euro, mit Erdgas 2.070 und mit Heizöl 2.180.
- Die Wärmepumpe ist der einzige Energieträger, der heute weniger kostet als 2021. Alle anderen sind 34 bis 59 Prozent teurer geworden.
- Über fünf Jahre gerechnet liegen Wärmepumpe und Gas 2.030 Euro auseinander, obwohl die Wärmepumpe 2021 und 2022 teurer war.
- Die Wärmepumpen-Werte setzen einen eigenen Wärmestromtarif voraus, nicht den Haushaltsstrompreis.
Die Frage, ob die eigene Heizkostenabrechnung normal ist, lässt sich nicht am Preis pro Kilowattstunde beantworten. Sie lässt sich beantworten, indem man gegen andere Gebäude vergleicht. Genau das macht der Heizspiegel, und er stützt sich dabei nicht auf Modellrechnungen, sondern auf rund 90.000 Abrechnungen echter Haushalte.
Mit Gas 2.070 Euro, mit Wärmepumpe 1.265 Euro
Der Heizspiegel für Deutschland wertet jedes Jahr die Heizenergie-Datensätze zentral beheizter Wohngebäude aus. Er erscheint jeweils im September und beruht auf dem Abrechnungsjahr davor: Die Ausgabe 2025 wertet das Abrechnungsjahr 2024 aus und rechnet daraus eine Prognose für 2025. Gemessene Heizkosten liegen also immer mit einem Jahr Abstand vor, weil vorher keine Abrechnungen existieren. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern sieht die Reihe so aus:
Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Wert liegen 915 Euro im Jahr. Ein Punkt gehört allerdings direkt an diese Zahlen: Es sind Mittelwerte über verschiedene Gebäude, nicht dasselbe Haus mit fünf Heizungen. Häuser mit Wärmepumpe sind im Schnitt jünger und besser gedämmt als Häuser mit Ölkessel. Ein Teil des Abstands ist deshalb Gebäudequalität und nicht Technik. Wie groß der bauliche Anteil im eigenen Fall ist, zeigt erst eine Heizlastberechnung.
Nur die Wärmepumpe kostet weniger als 2021
Interessanter als der Stand eines Jahres ist die Richtung. Der Heizspiegel 2025 veröffentlicht die Werte für fünf Abrechnungsjahre in einer Reihe. Wir haben daraus die Veränderung gerechnet:
| Energieträger | 2021 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 1.380 € | 2.070 € | plus 50 Prozent |
| Heizöl | 1.610 € | 2.180 € | plus 35 Prozent |
| Fernwärme | 1.275 € | 2.005 € | plus 57 Prozent |
| Holzpellets | 1.025 € | 1.455 € | plus 42 Prozent |
| Wärmepumpe | 1.585 € | 1.265 € | minus 20 Prozent |
Die Wärmepumpe ist der einzige der fünf Energieträger, der heute weniger kostet als vor fünf Jahren. 2021 war sie noch der zweitteuerste Weg zu heizen, teurer als Gas und teurer als Fernwärme. Der Grund liegt nicht an den Geräten, sondern an den Preisen dahinter: Wärmestrom folgt dem Strommarkt, der nach 2022 wieder gefallen ist, während im Gaspreis der CO₂-Preis steckt, der weiter steigt. Die Fernwärme hat mit plus 57 Prozent am stärksten zugelegt und ist 2025 der zweitteuerste Energieträger, obwohl sie 2022 der günstigste war.
Fast alle, die mir ihre Abrechnung zeigen, vergleichen sie mit dem Durchschnitt ihres Energieträgers. Ich finde die andere Frage spannender: Wie weit liegen zwei Häuser mit derselben Heizung auseinander? Der Abstand ist bei uns regelmäßig größer als der zwischen Gas und Wärmepumpe. Wer 2.500 Euro im Jahr für Gas zahlt, hat selten ein Gasproblem. Meistens ist es ein ungedämmtes Dach, eine viel zu hoch eingestellte Vorlauftemperatur oder ein hydraulischer Abgleich, den nie jemand gemacht hat. Das ist eigentlich die gute Nachricht, weil sich an allen dreien etwas ändern lässt, bevor überhaupt jemand über eine neue Heizung redet.
Alexander MüllerArchitekt und Mitgründer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & EnergiemanagementÜber fünf Jahre trennen Wärmepumpe und Gas 2.030 Euro
Ein einzelnes Jahr sagt wenig, weil jeder Energieträger seine guten und schlechten Jahre hat. Die Summe über alle fünf veröffentlichten Jahre ist der belastbarere Vergleich. Sie steht so nirgends, sie ergibt sich aus der Addition der Reihe:
| Energieträger | 2021 bis 2025 zusammen | im Mittel je Jahr |
|---|---|---|
| Holzpellets | 7.215 € | 1.443 € |
| Wärmepumpe | 8.220 € | 1.644 € |
| Fernwärme | 8.555 € | 1.711 € |
| Erdgas | 10.250 € | 2.050 € |
| Heizöl | 10.780 € | 2.156 € |
Die Wärmepumpe hat in diesen fünf Jahren 2.030 Euro weniger gekostet als Erdgas und 2.560 Euro weniger als Heizöl, obwohl sie in zwei der fünf Jahre die teurere Heizung war. Nur Holzpellets liegen darunter, und sie sind der Energieträger, der 2025 mit plus 20 Prozent am stärksten zugelegt hat.
Zwei Hinweise zur Rechnung: Das Jahr 2025 ist eine Prognose, die übrigen vier Jahre sind abgerechnet. Und alle fünf Werte stammen aus der Ausgabe 2025. co2online hat die Methodik in diesem Jahr nach zwanzig Jahren überarbeitet und weist ausdrücklich darauf hin, dass ältere Ausgaben nicht direkt übertragbar sind. Wer die Reihe aus alten Flyern zusammensucht, vergleicht deshalb Ungleiches.
Der Wärmepumpen-Wert setzt einen eigenen Stromtarif voraus
Ein Detail aus der Methodik entscheidet darüber, ob die 1.265 Euro für Sie gelten. Für den Strompreis setzt co2online Wärmepumpentarife an, erhoben für einen Abnahmefall von 5.000 Kilowattstunden im Einfamilienhaus, nicht den normalen Haushaltsstrompreis. Ein solcher Tarif ist günstiger, und er ist an zwei Bedingungen geknüpft: einen eigenen Zähler für die Wärmepumpe und die Bereitschaft, die Anlage im Engpass steuern zu lassen.
Wer die Wärmepumpe dagegen über den Haushaltszähler mitlaufen lässt, zahlt den normalen Arbeitspreis und liegt entsprechend höher. Der Tarif ist also eine Entscheidung, die beim Einbau getroffen wird und danach jahrelang wirkt. Was sich damit an Verbrauch und Kosten ergibt, steht im Beitrag zum Stromverbrauch der Wärmepumpe.
Für die anderen Energieträger gelten eigene Preisquellen: Erdgas nach BDEW für einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden, Heizöl nach den Erzeugerpreisen des Statistischen Bundesamtes, Fernwärme als nach Netzgröße gewichteter Mittelwert aus 596 Netzen.
So ordnen Sie Ihre eigene Abrechnung ein
- Rechnen Sie auf den Quadratmeter um. Jahreskosten geteilt durch die beheizte Wohnfläche. Die Werte oben entsprechen 9,73 Euro je Quadratmeter bei der Wärmepumpe und 15,92 Euro bei Erdgas.
- Vergleichen Sie innerhalb Ihres Energieträgers, nicht zwischen zweien. Ein Gashaus mit 20 Euro je Quadratmeter hat ein anderes Problem als eines mit 16.
- Trennen Sie Preis und Verbrauch. Ein höherer Preis trifft alle, ein höherer Verbrauch nur Ihr Haus. Nur der zweite Teil lässt sich beeinflussen.
- Sehen Sie in die Kilowattstunden, nicht in den Euro-Betrag. Erst die Verbrauchskennzahl sagt, ob sich am Gebäude etwas ändern muss.
Häufige Fragen
Was kostet Heizen im Einfamilienhaus? Für ein durchschnittliches Haus mit 130 Quadratmetern rechnet der Heizspiegel 2025 mit 2.180 Euro bei Heizöl, 2.070 bei Erdgas, 2.005 bei Fernwärme, 1.455 bei Holzpellets und 1.265 Euro bei der Wärmepumpe.
Ist eine Wärmepumpe im Betrieb günstiger als eine Gasheizung? Nach den Werten des Heizspiegels ja, und zwar 2025 um rund 805 Euro im Jahr im 130-Quadratmeter-Haus. Die Zahlen sind allerdings Mittelwerte über unterschiedliche Gebäude.
Warum sind die Heizkosten zuletzt wieder gestiegen? Nach den kalten Monaten zu Jahresbeginn und höheren Energiepreisen rechnet co2online mit Steigerungen von bis zu 20 Prozent. Am stärksten betrifft das Holzpellets mit plus 20 und Erdgas mit plus 15 Prozent.
Wie viele Daten stecken hinter dem Heizspiegel? Rund 90.000 Heizenergie-Datensätze zentral beheizter Wohngebäude. Etwa 65 Prozent der Gebäudedaten stammen im Durchschnitt von Ein- und Zweifamilienhäusern.
Gilt der Vergleich auch für eine Mietwohnung? Ja, dafür gibt es eine eigene Reihe. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus nennt der Heizspiegel 2025 unter anderem 1.245 Euro bei Fernwärme, 1.180 bei Erdgas und 715 Euro bei der Wärmepumpe.
Kann ich meine Heizkosten senken, ohne die Heizung zu tauschen? Der Heizspiegel beziffert das Potenzial auf im Schnitt rund 400 Euro im Jahr für 90 Prozent der Haushalte, von der Raumtemperatur über den hydraulischen Abgleich bis zu größeren Maßnahmen.



