Das Wichtigste auf den Punkt gebracht
- So rechnen Sie: Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Stromverbrauch.
- Ein normales Einfamilienhaus braucht etwa 4.400 Kilowattstunden Strom im Jahr.
- Das kostet je nach Tarif rund 1.200 bis 1.650 Euro. Ein Wärmepumpentarif ist deutlich günstiger.
Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich mit einer einzigen Rechnung abschätzen. Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Stromverbrauch. Für ein Haus mit 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 3,4 sind das rund 4.400 Kilowattstunden im Jahr.
Die beiden Größen dahinter sind unterschiedlich gut greifbar: Den Wärmebedarf kennen Sie aus Ihren Abrechnungen, die Jahresarbeitszahl ist eine Prognose.
Schritt eins: den Wärmebedarf bestimmen
Der Wärmebedarf lässt sich aus dem bisherigen Brennstoffverbrauch ableiten. Fossile Kessel arbeiten nicht verlustfrei, deshalb wird der Verbrauch mit dem Nutzungsgrad multipliziert.
| Bisherige Heizung | Umrechnung auf Wärmebedarf |
|---|---|
| Gas-Brennwertkessel | Verbrauch in kWh × 0,90 |
| Gas-Niedertemperaturkessel | Verbrauch in kWh × 0,80 |
| Ölheizung | Liter × 10 kWh × 0,85 |
Ein Haushalt mit 18.000 Kilowattstunden Gasverbrauch und Brennwertkessel kommt so auf etwa 16.200 Kilowattstunden Wärmebedarf. Wer 2.000 Liter Öl im Jahr verbraucht hat, liegt bei rund 17.000 Kilowattstunden.
Drei Jahre heranzuziehen und zu mitteln ist sinnvoll, weil einzelne Winter deutlich abweichen.
Schritt zwei: mit der Jahresarbeitszahl rechnen
Die realistische Bandbreite liefert die Feldmessung des Fraunhofer ISE. Über 61 Luftwärmepumpen in Bestandsgebäuden wurde eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4 gemessen, bei einer Spanne von 2,6 bis 4,9. Erdwärmepumpen erreichten im Mittel 4,3.
Mehr zur Jahresarbeitszahl und was sie beeinflusst steht im Beitrag zur Jahresarbeitszahl.
Stromverbrauch nach Hausgröße
Zur Einordnung, jeweils mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 gerechnet:
| Wärmebedarf im Jahr | Stromverbrauch | Typisch für |
|---|---|---|
| 8.000 kWh | 2.353 kWh | saniertes Haus, kleine Fläche |
| 12.000 kWh | 3.529 kWh | teilsaniertes Einfamilienhaus |
| 15.000 kWh | 4.412 kWh | Einfamilienhaus, mittlerer Standard |
| 20.000 kWh | 5.882 kWh | großes oder wenig gedämmtes Haus |
| 25.000 kWh | 7.353 kWh | Altbau ohne Dämmung, große Fläche |
Die Zuordnung in der rechten Spalte ist eine grobe Einordnung, kein Maßstab. Die Fläche allein sagt wenig: Im Feldtest des Fraunhofer ISE lagen die beheizten Flächen zwischen 90 und 370 Quadratmetern, im Mittel bei 170.
40,55 Cent Haushaltsstrom, der Wärmepumpentarif liegt darunter
Hier trennen sich zwei Preise, die oft vermischt werden.
Der allgemeine Haushaltsstrompreis lag laut Statistischem Bundesamt im zweiten Halbjahr 2025 bei durchschnittlich 40,55 Cent je Kilowattstunde. Der BDEW weist für 2026 einen Durchschnitt von 37,0 Cent aus.
Wärmepumpentarife liegen darunter. Sie setzen in der Regel einen eigenen Zähler voraus und erlauben dem Netzbetreiber, die Wärmepumpe zeitweise zu steuern. Die konkreten Konditionen unterscheiden sich je nach Netzgebiet erheblich, eine bundesweit gültige Zahl gibt es nicht.
Für das Beispielhaus mit 4.412 Kilowattstunden:
| Strompreis | Jahreskosten |
|---|---|
| 37 ct/kWh | rund 1.632 € |
| 33 ct/kWh | rund 1.456 € |
| 28 ct/kWh | rund 1.235 € |
Die Differenz zwischen dem oberen und unteren Ansatz beträgt knapp 400 Euro im Jahr. Der Tarif ist damit ein ähnlich großer Hebel wie ein halber Punkt Jahresarbeitszahl.
Die Rechnung stimmt, sie gilt nur für eine Anlage, die zum Haus passt. Der größte Hebel beim Stromverbrauch ist die Auslegung, und die ist vor dem Einbau entschieden. Zu groß gewählt, dann taktet das Gerät. Zu klein, dann zieht der Heizstab mit. Im Datenblatt steht davon nichts, auf der Stromrechnung steht es jedes Jahr. Grundlage ist eine Heizlastberechnung nach Norm und keine Faustformel nach Quadratmetern.
Alexander MüllerArchitekt und Mitgründer von Enter, der neutralen Plattform für Wärmepumpe, Photovoltaik & EnergiemanagementWarmwasser, Heizstab und eine zu steile Heizkurve
Warmwasser. Es braucht höhere Temperaturen als Heizwärme und arbeitet deshalb mit schlechterer Effizienz. Bei einem Vier-Personen-Haushalt sind grob 1.000 bis 1.500 Kilowattstunden Wärmebedarf allein für Warmwasser anzusetzen.
Der Heizstab. Er springt bei sehr tiefen Temperaturen oder zur thermischen Desinfektion an und arbeitet mit einer Arbeitszahl von 1. Jede Kilowattstunde daraus geht ungefedert in die Rechnung.
Die Einstellung. Eine zu steile Heizkurve oder ein fehlender hydraulischer Abgleich kostet dauerhaft, ohne im Haus aufzufallen.
Das Nutzerverhalten. Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Wärmebedarf spürbar. Das wirkt bei der Wärmepumpe genauso wie bei jeder anderen Heizung.
Photovoltaik deckt im Jahresmittel nur einen Teil
Eine Photovoltaikanlage senkt die Stromkosten, deckt aber nur einen Teil. Der Heizbedarf fällt im Winter an, die Erträge im Sommer. Ohne Speicher lässt sich im Jahresmittel typischerweise ein Teil des Wärmepumpenstroms selbst decken; die genaue Quote hängt von Anlagengröße, Ausrichtung und Verbrauchsprofil ab und lässt sich nicht pauschal angeben.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr? Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl. Bei 15.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einer JAZ von 3,4 sind das rund 4.400 Kilowattstunden.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus? Je nach Dämmstandard und Größe typischerweise zwischen 2.400 und 7.400 Kilowattstunden im Jahr.
Was kostet der Strom für eine Wärmepumpe? Bei 4.400 Kilowattstunden und 37 Cent je Kilowattstunde rund 1.630 Euro im Jahr. Mit einem günstigeren Wärmepumpentarif entsprechend weniger.
Wie rechne ich meinen Wärmebedarf aus? Gasverbrauch in Kilowattstunden mit 0,90 multiplizieren bei einem Brennwertkessel. Bei Öl: Liter mal 10 Kilowattstunden mal 0,85.
Lohnt sich ein eigener Zähler für die Wärmepumpe? Er ist meist Voraussetzung für einen Wärmepumpentarif. Ob sich die Mehrkosten für Zähler und Messstellenbetrieb rechnen, hängt vom Verbrauch und vom angebotenen Tarif ab.
Wie hoch ist der Stromverbrauch im Vergleich zur Gasheizung? Die Wärmepumpe braucht rund ein Drittel der Energie, die ein Gaskessel als Brennstoff aufnimmt, bezieht diese aber als Strom. Die Kostenrechnung hängt deshalb am Verhältnis von Strom- zu Gaspreis.
Verbraucht eine Wärmepumpe im Altbau deutlich mehr? Mehr Wärmebedarf bedeutet mehr Strom. Die Effizienz selbst ist im Altbau nicht zwangsläufig schlechter: Die Feldmessung des Fraunhofer ISE fand in Häusern der Baujahre 1826 bis 2001 statt.



